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Stau in Düsseldorf: Pendler verlieren 90 Stunden pro Jahr

Verkehrsstudie : Düsseldorf-Pendler stehen 90 Stunden pro Jahr im Stau

Eine Verkehrsstudie zeigt, dass Autofahrer, die nach Düsseldorf kommen, täglich 23 Minuten verlieren. Erfasst ist auch, an welchem Wochentag Pendler mit besonders viel Stau rechnen müssen.

Eigentlich gilt der Montag als der unbeliebteste Tag des Arbeitnehmers, tatsächlich aber ist es der Mittwoch - jedenfalls für alle, die mit dem Auto nach Düsseldorf kommen. Nach Werten, die der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom für unsere Redaktion ermittelt hat, verlieren Pendler in der Landeshauptstadt mittwochs 27 Minuten auf einer Strecke, für die sie im Idealfall eine Stunde benötigen würden. Montags sind es 22 Minuten, freitags 18 Minuten, der Wochenschnitt liegt bei 23 Minuten. Für Menschen, die 230 Tage im Jahr ihren Arbeitsplatz in Düsseldorf aufsuchen, bedeutet dies einen Verlust von 90 Stunden.

Die Studie basiert auf Messungen, nicht auf Hochrechnungen. Sie vergleicht die Fahrtzeiten am Tag mit den so genannten Freiflusszeiten in der Nacht. TomTom geht davon aus, dass der Verkehr zwischen 2 und 5 Uhr nachts ungehindert fließen kann. Die Zeit, die ein Pendler in diesen Stunden für seine Strecke brauchen würde, wird ins Verhältnis gesetzt zu den Zeiten, die er tagsüber dann tatsächlich benötigt. Musterpendler ist dabei ein Autofahrer, der 30 Minuten zur Arbeit unterwegs ist.

Neben den Verlustzeiten zeigt die Studie auch, wo die Nadelöhre in Düsseldorf liegen. Die meisten Wartezeiten entstehen an folgenden Stellen: Am Ende beziehungsweise Anfang der Autobahnen 46 und 52 sowie der Bundesstraße 8 (Danziger Straße), also dort, wo zwei bis drei Fahrspuren auf Ampeln und große Zufahrtsstraßen treffen. Auf den großen Achsen rund um die City, insbesondere auf dem Lastring zwischen Krupp- und Dorotheenstraße sowie auf der Verbindung zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Mörsenbroicher Ei. Und auf der Strecke mitten durch die Stadt von der Uniklinik bis zur Nordstraße.

Da die Studie ein ganzes Jahr betrachtet, ergibt sich als weiteres Ergebnis auch, dass die Wartezeiten und Staus unabhängig von besonderen Ereignissen entstehen. Die violettfarbenen und roten Linien auf der Karte, die für maximal ein Viertel beziehungsweise knapp ein Fünftel der Normalgeschwindigkeit stehen, sind in aller Regel nicht mit einem Baustellen- oder Unfall-Zeichen kombiniert.

In Zukunft wird es noch mehr Pendler geben

Solche Ereignisse führen vielmehr dazu, dass das System seine Belastungsgrenze überschreitet. Ein umgekippter Lastwagen auf der Danziger Straße sorgte im August dafür, dass Autofahrer vom Neusser Hafen bis zur Danziger Straße 90 Minuten brauchten. Die Sperrung der A46-Tunnel verursachte Ende Oktober 65 Kilometer Stau im Stadtgebiet.

Die wesentliche Ursache all der beschriebenen Schwierigkeiten liegt folglich in der hohen oder zu hohen Zahl von Pendlern. Laut einer Statistik des Landesbetriebs IT.NRW waren im vergangenen Jahr im Schnitt 502.000 Pendler in Düsseldorf unterwegs, gut 290.000 davon kamen von außerhalb. Die Einpendlerquote liegt mit 57,6 Prozent weit über dem Landes-Durchschnitt, in Köln beträgt sie zum Beispiel 44 Prozent, in Dortmund 42,9 Prozent. Und es werden voraussichtlich noch mehr. Die Verkehrsverwaltung rechnet in den kommenden zehn Jahren mit einem Anstieg der Berufspendler um bis zu 15 Prozent.

(hdf)