1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Statt Umweltspur in Düsseldorf : Umweltverbände sehen Pförtnerampeln kritisch

Ersatz für Umweltspur : Umweltverbände sehen Pförtnerampeln in Düsseldorf kritisch

Die Umweltspuren in Düsseldorf werden ersetzt durch Ampeln, die weniger Autos in die Stadt lassen. OB Keller kündigt weniger Stau im Berufsverkehr und einen besser steuerbaren Verkehrsfluss an. Der Umweltverband BUND bezweifelt derweil den Nutzen der „Stauampeln“.

Die Pförtnerampeln vor den ehemaligen Umweltspur-Strecken über die Werstener - und Merowingerstraße werden ab 1. März zunächst für einen Monat händisch geschaltet. Das Amt für Verkehrsmanagement will dadurch Informationen über den Verkehrsfluss sammeln – und dann die beste Schaltung auswählen.

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) wiederholte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag seine Ankündigung, dass sich die Lage für Autofahrer deutlich verbessern werde. Die Ampeln erlaubten es, einen Ausgleich zwischen einer Drosselung des Kfz-Verkehrs für die Luftreinheit und einem besseren Verkehrsfluss zu finden.

Wie berichtet, sollen die Ampeln die Zahl der Autos auf den durch Stickoxide hoch belasteten Innenstadtstraßen drosseln. Im Berufsverkehr sollen aber mehr Kfz durchkommen als bisher. Über den gesamten Tag soll die Zahl der Autos etwa auf der Corneliusstraße gleich bleiben. Da der Stickoxidausstoß bei neueren Modellen geringer ist, sei es sogar möglich, künftig die Zahl der Pkw in der Innenstadt wieder zu erhöhen, so Keller – falls das politisch gewünscht werde.

Keller und Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke betonten, dass die Pförtnerampeln nur einer von vielen Baustein für bessere Luftqualität sind. Die Stadt will zudem unter anderem die Radwege an den ehemaligen Umweltspuren ausbauen und den Rheinbahn-Bussen Vorrang an der Ampel am Südpark einräumen.

Keller sieht es für eine langfristige Verbesserung von Luftqualität und für den Klimaschutz als unabdingbar, dass die Zahl der Autos insgesamt sinkt. Dafür sollen Radverkehr und Rheinbahn stärker als bisher gefördert werden, außerdem wird verstärkt Tempo 30 verordnet. Keller zeigt sich optimistisch, bald eine Einigung mit der Umwelthilfe herzustellen und so Diesel-Fahrverbote abzuwenden.

Umweltverbände und Verkehrswende-Aktivisten sehen das Konzept kritisch. BUND-Geschäftsführer Dirk Jansen spricht von „Stauampeln“ und sieht eine „Unwilligkeit der Politik, unserem Recht auf saubere Luft endlich Vorrang vor wirtschaftlichen und automobilen Interessen einzuräumen“. Er bezweifelt, dass die von Keller angekündigten „smarten“ Ampeln, die direkt auf Luftmesswerte reagieren, bald kommen.

Davor warnt auch das „Bündnis Mobilitätswende Düsseldorf“, ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen. Bei der Pressekonferenz hieß es hingegen, schon Ende 2022 könnten erste „smarte“ Ampeln auf den Routen eingesetzt werden.