Düsseldorf: Starkregen zerstörte Dach des Allwetterbads

Düsseldorf: Starkregen zerstörte Dach des Allwetterbads

Seinem Namen hat es an den Feiertagen keine Ehre gemacht: Regen und stürmische Böen haben dem Allwetterbad so zugesetzt, dass das Zeltdach teilweise absackte. Der Schaden ist irreparabel.

Ein lauter Knall riss die Bewohner der ans Allwetterbad grenzenden Wohnsiedlungen in der Nacht zum Mittwoch aus dem Schlaf. Die fürchteten gleich, dass das bedrohliche Geräusch aus dem Schwimmbad kam und alarmierten die Polizei, die nach einer Besichtigung des Hallendachs Stadtwerke und Bereitschaftsdienst der Bädergesellschaft informierte.

Edgar Hanauer, technischer Leiter der Bädergesellschaft, hat fast ein bisschen aufgeatmet, als er das weiße Zeltdach stellenweise nur noch knapp zwei Meter über dem Beckenrand hängen sah. "Jetzt zeigt sich, wie richtig es war, das Bad im September zu schließen. Und dass dieses Zeltdach nicht mehr zu retten ist."

Dach galt als marode

Im September war das Bad geschlossen worden, weil die Dachkonstruktion über dem 50-Meter-Becken als marode galt. Ein Statiker hatte in einem Gutachten einen möglichen Einsturz der Konstruktion bei extremem Wetter bereits vorhergesagt. Daraufhin war der Abriss beschlossen worden. Vom kommenden Sommer an soll das Allwetterbad dann nur noch als Freibad betrieben werden.

Von 17 so genannten Hochpunkten, die die Zeltkonstruktion tragen, haben sieben unter dem Druck der starken Regenfälle nachgegeben, sind regelrecht ausgerissen. Wie lange die übrigen zehn noch halten, ist unklar. Hanauer hat gestern mit der Feuerwehr schon mal ein "Worst Case Szenario", den schlimmstmöglichen Fall also, durchgespielt. "Wenn weitere Teile ausbrechen, könnte bei starkem Wind die Plane wegfliegen." Und das ist bei einer zehn Tonnen schweren Zeltplane, die 27 Meter breit und 58 Meter lang ist, nicht ungefährlich.

Eine Absicherung der Konstruktion sei aber jetzt gar nicht möglich, sagt Hanauer. "Die Feuerwehr hat sich das aber alles angeguckt und weiß, wie sie im Ernstfall handeln muss." Und auch das Wetter sei auf der Seite der Bädergesellschaft: "In den nächsten Tagen wird mit ganz schwachem Wind und wenig Regen gerechnet — da kann eigentlich nichts passieren", sagte Hanauer.

Zukunft des Bades in Frage gestellt

Roland Kettler, Chef der Bädergesellschaft, war ebenfalls auch ein bisschen erleichtert, als er von dem Dachabsturz erfuhr. "Wir können wirklich von Glück sagen, dass wir es nur mit einem Sachschaden zu tun haben", sagte Kettler. Die Bädergesellschaft hatte im Herbst nicht nur den Abriss des Daches beschlossen, sondern die Zukunft des Allwetterbades gänzlich in Frage gestellt. So sei etwa wahrscheinlich, dass nach dem Abbau der maroden Dachkonstruktion die Betonteile des Schwimmbeckens nicht mehr stabil zusammengehalten werden könnten. Wegen der hohen Sanierungskosten sollte das Bad insgesamt nur noch maximal fünf Jahre betrieben werden, hieß es in einem Konzept, das im Sportausschuss auf einhellige Ablehnung gestoßen und später zurückgezogen worden war.

Der Verein "Freie Schwimmer" hat Unterschriften für Sanierung und Erhalt des Allwetterbads gesammelt, auch aus der Politik waren zuletzt immer wieder Anregungen gekommen, das Bad zu erhalten und möglicherweise ein mobiles Zeltdach zu installieren.

Ob der Teileinsturz des Daches Auswirkungen auf die Suche nach einer Lösung hat, ist unklar. Im Januar soll eine Fachfirma erst einmal den Schaden begutachten.

(top)