Ständehaus-Treff mit Martin Schulz: SPD-Kanzlerkandidat kurz vor der Wahl in Düsseldorf zu Gast

Martin Schulz beim Ständehaus-Treff : "Ich habe keinen geraden Lebensweg"

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist am Abend zu Gast beim Ständehaus-Treff in Düsseldorf. Kurz vor der Landtagswahl in NRW stellt er sich bei dem Netzwerk-Treffen den Fragen von RP-Chefredakteur Michael Bröcker.

Ursprünglich wollte Außenminister Sigmar Gabriel zum Ständehaus-Treff nach Düsseldorf kommen. Doch an seiner Stelle kommt kurz vor der Landtagswahl SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zum RP-Netzwerk-Treffen. Beim traditionellen "Ständehaus-Treff" stellte sich der 61-Jährige vor rund 550 Spitzenvertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien eine Stunde lang den Fragen von "Rheinische Post"-Chefredakteur Michael Bröcker.

Im Interview ging es sowohl um Politisches als auch um Privates. So sagte Schulz etwa, viele Ideen der SPD seien auf Bundesebene mit dem Koalitionspartner CDU nicht umzusetzen. Zuvor verwies Schulz auf seine Biografie und sagte, er stehe zu seinem Lebensweg, der nicht gerade verlaufen sei.

Schulz hat im Gegensatz zu Altkanzler Gerhard Schröder nie sehnsüchtig an Absperrgittern des Kanzleramts gerüttelt. "Ich bin aber mal am Kanzleramt vorbeigefahren und habe gesagt: Ich will da rein", verriet Schulz am Montagabend. Vor über 20 Jahren habe er auch schon mal probehalber auf dem Chefsessel des EU-Parlamentspräsidenten gesessen, sagte Schulz im Interview. "Aus diesen Scherzen wird Wirklichkeit", meinte Schulz. Der 61-Jährige war von 2014 bis 2017 EU-Parlamentspräsident.

In seinem Elternhaus im rheinischen Würselen habe er eine "große Koalition" erlebt. Während sein Vater Polizist und "Sozi" gewesen sei, habe seine Mutter den CDU-Ortsverein mitbegründet, erzählte Schulz. "Meine Mutter war eine großartige Frau, aber nicht frei von Irrtümern." Auch von seiner Vergangenheit als Alkoholiker sprach Schulz.

Kanzlerkandidat Schulz hatte seiner Partei zu einem spürbaren Aufschwung in den Umfragen verholfen. In NRW war die SPD in der Wählergunst seit Januar von 31 auf bis zu 40 Prozent gestiegen. Nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins "Westpol" liegen SPD und CDU in NRW jetzt aber gleichauf — mit jeweils 34 Prozent.

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(RP/dpa/heif)
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