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Kaiserswerth: Zeichnerische Präzision in Buntstift

Kaiserswerth : Zeichnerische Präzision in Buntstift

In der Bücherei in Kaiserserwerth zeigt Andreas Wiciejowkis zurzeit einige seiner Arbeiten. Zu sehen sind sowohl Buntstift-Zeichnungen von Turnschuhen als auch ältere Porträts, die er von bekannten Künstlern machte.

Andreas Wiciejowski legt sich bei seinen Werken nicht gerne fest. Zumindest nicht für einen längeren Zeitraum. Der Künstler aus Duisburg probiert immer wieder neue Techniken aus und auch die Objekte und Personen, die er darstellt, ändern sich regelmäßig. "Meine Themen entstehen per Zufall", sagt Wiciejowski. "Wenn ich bei Ausstellungen mit Menschen ins Gespräch komme, kommen mir häufig neue Ideen."

Anfang des Jahres hatte der Duisburger, der im polnischen Zoppot geboren ist, die Idee, Turnschuhe zu zeichnen. In der Bücherei Kaiserswerth stellt er zurzeit unter dem Titel "Graphische Arbeiten" einige seiner Schuh-Bilder aus. Auch ältere Werke wie Porträts von Künstlern oder Collagen von Robotern hängen dort an den Wänden.

Mit einer großen Genauigkeit hat Wiciejowski unterschiedliche Arten von Turnschuhen gezeichnet. "Es war gar nicht so einfach, so viele Schuhmodelle zu finden", sagt er. "Aber viele meiner Bekannten haben mir Schuhe zum Abzeichnen geliehen." Aus unterschiedlichen Perspektiven zeigt er diese. Obwohl die meisten von ihnen in Wirklichkeit schwarz und weiß waren, sind die gezeichneten allesamt in unterschiedlichen Farben. Denn Wiciejowski zeichnet nicht mit Bleistift, sondern mit Buntstiften. Auch, wenn die Technik schwierig sei, gebe sie seinen Bildern einen ganz eigenen Charakter.

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Die Idee zur Technik entstand, als Wiciejowski sich mit Oskar Kokoschka beschäftigte. Kokoschka war ein Maler und Grafiker aus Österreich, der ebenfalls mit Buntstiften zeichnete. Vor allem die Porträts sind trotz schneller Striche präzise. Wiciejowski gelingt es, ganz besondere Gesichtsausdrücke zu Papier zu bringen. So wird der Betrachter zum Beispiel von einem abgehobenen Dalì mit einem seltsam-speziellen Blick angestarrt. "Das kommt besonders bei Frauen gut an", sagt Wiciejowki und lacht.

Eine künstlerische Herausforderung waren die Roboter-Collagen, die ebenfalls in der Bücherei zu sehen sind. "Diese Misch-Collagen haben große Konzentration gefordert. Ich habe Jahre für sie gebraucht." Das Besondere an diesen Robotern ist, dass sie immer in einer eher ungewöhnlichen Bewegung dargestellt sind. "Ich habe dabei auch viel mit Details gearbeitet", sagt der Künstler. Die Figuren wirken dynamisch und kraftvoll und sind sehr plastisch. "Man sieht bei den Robotern, dass ich einen Bezug zur Bildhauerei habe", sagt der Künstler. Bevor er nach Deutschland gekommen ist, hat er viele Skulpturen hergestellt.

Der studierte Kommunikationsdesigner ist sehr produktiv. Doch genau das kann manchmal zu Problemen führen, denn er arbeitet in nur einem einzigen Zimmer in seiner Wohnung in Duisburg-Buchholz. Ein Atelier hat er nicht. "Ich male so viele Bilder. Ich muss regelmäßig ausmisten und auch einige wegwerfen." Doch das hält ihn nicht ab, trotzdem immer weiterzuarbeiten. Der 58-Jährige hat schon jetzt Ideen für neue Projekte: "Ich möchte gerne irgendwann mal mit Öl malen. Das reizt mich sehr", sagt er. Zurzeit arbeitet er an Zeichnungen von Puppen. Für den Herbst hat er sich vorgenommen, sich intensiver mit Stillleben zu beschäftigen. Und wenn diese Projekte abgeschlossen sind, kann es nicht lange dauern, bis Wiciejowski wieder einen neuen kreativen Einfall hat.

(sapo)