Eller : Wohnen "Am Schabernack"

Die Herkunft von Straßennamen gibt selbst den Anwohnern manchmal Rätsel auf. In einer Serie stellt die Rheinische Post Straßennamen vor und erzählt deren Geschichte.

Heute geht es um eine Straße, deren Name sich ein angeheiterter Karnevalsprinz in Feierlaune ausgedacht haben könnte — Am Schabernack in Eller. Natürlich stimmt das mit dem Prinzen nicht. Karneval noch Schabernack hat es in diesem Teil der Stadt lange nicht gegeben, ganz einfach, weil hier bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts kaum jemand lebte.

Das Brachland zwischen Wersten und Oberbilk gehörte zur eigenständigen Gemeinde Eller, die erst 1909 zu Düsseldorf kam. Claudia Lausch geht mit Ihrem Hund Atze spazieren und streift dabei auch den Schabernack. Das Wetter ist so, wie es der Straßenname verspricht, ein Witz von einem Sommer. "Warum die Straße so heißt, kann ich Ihnen nicht sagen. Schabernack treiben heißt ja eigentlich, jemanden zu veräppeln", sagt Claudia Lausch, "aber dafür weiß ich, dass diese Gegend hier Gurkenland genannt wird."

Nicht etwa, weil hier eine Gurkentruppe am Werk war, als die Straße mit dem seltsamen Namen 1952 benannt wurde, sondern weil hier einst Gurken in Schrebergärten gezüchtet wurden. Über die Gegend hier weiß Claudia Lausch gut Bescheid: "Meine Mutter wird 90 Jahre alt und gehörte zu den ersten, die hier ein Haus bezogen haben. Und die Bebauung fing 1959 an."

Und dann weiß sie sogar, dass die Nachbarstraße Edenkobener Weg nach einem Ort in Rheinland-Pfalz benannt ist. Viele Straßennamen in dieser Gegend hinter dem Bahndamm in Eller sind nach süddeutschen Orten benannt. Hier nun die Auflösung, was den Schabernack angeht. Mutmaßlich geht der Name der Wohnstraße zwischen Wormser Weg und Speyerweg auf die Verballhornung einer Flurbezeichnung zurück.

Hinter dem Jux steht demnach kein Schabernack, sondern die altertümlich anmutende Bezeichnung "am scharpen Nacken", sprich an der scharfen Ecke.

Ob damit die Speisen des nahe gelegenen Imbisses gemeint sind, oder die abenteuerliche Kurve, den die Rheinbahn-Busse nehmen müssen, bleibt der Fantasie überlassen.

(RP)
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