1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Wittlaer

Ulla und Werner Peters hören im Gasthaus Peters Düsseldorf Wittlaer auf.

Gastronomie : Die Peters verlassen ihr Traditionsgasthaus

17 Jahre sorgte das Ehepaar Ulla und Werner Peters für eine familiäre Atmosphäre im Gasthaus im Wittlaerer Dorfkern.

Es gab zuletzt viele Gerüchte um den Fortbestand des Gasthaus Peters im Ortskern von Wittlaer. Nun ist es offiziell. Die Gaststätte wird als Dorfkneipe dem Ort erhalten bleiben. Allerdings wird ab Herbst nicht mehr das Ehepaar Ulla und Werner hinter der Theke stehen. „Wir hören auf und haben das Gebäude verkauft. Der Käufer hat uns erklärt, dass er aber an diesem Standort die Gastronomie fortführen will und dabei soll der gutbürgerliche Stil erhalten bleiben“, sagt Werner Peters.

Leicht sei ihnen der Schritt nicht gefallen, zumal es sich beim Gasthaus auch um Werner Peters’ Elternhaus handelt. „Aber irgendwann ist es gut“, sagt der 64-Jährige, und seine Frau nickt dazu. 2002 haben die Peters die traditionsreiche Wirtschaft im Herzen von Wittlaer an der Kalkstraße übernommen und seitdem täglich mehr als zwölf Stunden im Laden gestanden, und das sechs Tage die Woche. Urlaub gab es nur vor drei Jahren. „Länger abwesend sein ist schwierig, da man dann jemand braucht, auf den man sich voll verlassen kann. Und schließen, das ist dann zu teuer.“  Letztendlich war es auch diese Personalfrage, welche die Peters jetzt zum Aufhören bewog.

„Wir haben drei sehr gute und treue Servicekräfte, aber Aushilfen oder Küchenpersonal zu finden, ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden“, sagt Ulla Peters. Die Belastungen für das Ehepaar wurden dadurch immer größer. Oft musste es alleine den Laden schmeißen. Die Einführung eines zweiten Ruhetages war dauerhaft auch keine Lösung. „Für uns ist die Gaststätte zu groß geworden, um sie alleine bewirtschaften zu können.“ So hat das Gasthaus Peters 50 Plätze und 80 weitere in einem Biergarten und besitzt zudem noch einen Saal für 50 Gäste. Da das Haus mitten im Ortskern in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche liegt, ist es traditionell ein Versammlungsort für viele Gruppierungen im Dorf und für viele Anlässe. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen wurden dort gefeiert und Schützen und Stammtische trafen sich beispielsweise dort. Legendär sind die Karnevalspartys, die immer am Ende des Rosenmontagszugs bei Peters gefeiert wurden und an der gefühlt das gesamte Dorf teilnahm.

„Wir sind halt eine Dorfkneipe, ein Kommunikationszentrum im besten Sinne“, sagt Werner Peters. Die Stammgäste, und das seien 80 Prozent, kämen auch nicht primär, um ein Bier zu trinken, sondern um Neuigkeiten zu erfahren und sich auszutauschen. „Wir haben ganz tolle Gäste und deshalb hatten wir immer eine sehr schöne familiäre Atmosphäre“, sagt Ulla Peters. Für die Peters steht deshalb auch fest, später ab und zu selber als Gäste wiederzukehren.

Aber vielleicht gibt es ja auch an anderer Stelle ein Wiedersehen. So wollen die Peters zwar zunächst den Kopf frei bekommen, aber dann könnten sie sich durchaus vorstellen, wieder hinter einer neuen Theke zu stehen. „Wir sind halt Gastwirte mit Herz und Leidenschaft. Anders kann man diesen Job auch nicht vernünftig machen“, sagen die Peters. Aktiv suchen wollen sie zwar nicht nach einer neuen Betätigung. „Aber wenn uns ein kleines Objekt über den Weg läuft, das wir auch alleine bewältigen können, würden wir gerne wieder arbeiten“, sagt Werner Peters.

Jetzt heißt es aber erst einmal Abschied nehmen. Am Sonntag hat das Gasthaus Peters zum letzten Mal ab 11 Uhr geöffnet. Reservierungen werden dafür aber nicht mehr angenommen und möglicherweise gibt es auch nicht mehr alle Angebote aus der gutbürgerlichen Küche. „Wir wollen möglichst alle Vorräte noch aufbrauchen“, sagt Werner Peters.