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Düsseldorf: Sorge um Nahversorgung in Wittlaer

Düsseldorf : Sorge um Nahversorgung in Wittlaer

Der Kaisers-Supermarkt in Alt-Wittlaer soll geschlossen werden. Unabhängig davon wurden jetzt Pläne für eine Erweiterung des Geschäftes genehmigt.

Die Kaisers-Filiale an der Bockumer Straße im Wittlaer (Ortsteil Bockum) wird zum 30. Juni geschlossen. Der Mietvertrag wurde bereits von der Tengelmanngruppe gekündigt. Selbst die nun genehmigte Erlaubnis zur Vergrößerung der Ladenfläche wird daran nichts ändern. "Auch bei entsprechenden Möglichkeiten ist an diesem Standort zurzeit keine Expansion geplant", erklärt ein Sprecher des Unternehmens.

Damit werden die Hoffnungen der Wittlaer zu nichten gemacht, dass das vor 15 Jahren gegründete Geschäft bestehen bleibt, wenn die Räume erweitert werden dürfen. Zuletzt hatte sich Oberbürgermeister Thomas Geisel bei einer Bürgerversammlung für die Genehmigung der Bauanträge zur Erweiterung der Geschäftsräume ausgesprochen. Die Anträge waren bereits vor vielen Monaten gestellt, aber nie entschieden worden "Bei der Erteilung von Baugenehmigungen muss Recht und Gesetz angewendet werden, aber man muss auch den Bedarf im Blick haben und ich halte die unmittelbare Nahversorgung für sehr wichtig", sagte Geisel und hat tatsächlich Dampf gemacht. Im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung wurde so am Mittwoch überraschend auf FDP-Anfrage mitgeteilt, dass der Erteilung der Baugenehmigung nichts mehr im Weg stehe. Eine Vergrößerung der Verkaufsfläche auf 610 Quadratmeter inklusive Backshop sei möglich.

Davon umstimmen lassen wird sich die Unternehmensgruppe Tengelmann bei ihren Schließungsplänen kaum, denn sie hat sich entschlossen, alle Kaisers- und Tengelmann-Geschäfte zum 30. Juni an Edeka abzugeben, falls das Kartellamt zustimmt. Da das Amt aber bereits Bedenken angemeldet hat, da dadurch eine weitere Einschränkung des Wettbewerbs befürchtet wird, hat Rewe nun Interesse an allen 451 Kaisers-Filialen angemeldet. Die Märkte befänden sich an attraktiven, funktionierenden Standorten und könnten dauerhaft profitabel geführt werden, so Rewe-Chef Alain Caparros. Ob das aber auch für die bei einer möglichen Übernahme schon geschlossene Kaisers-Filiale in Wittlaer gilt, ist fraglich.

Die Bürger befürchten mit der Schließung eine Verschlechterung der Grundversorgung. In Wittlaer gibt es zwar noch am Hermann-Schauten-Weg eine weitere Kaisers-Filiale, aber diese ist für ältere Leute nicht fußläufig erreichbar. "Wenn einmal ein Unternehmen geschlossen wird, ist es immer schwer, es wieder ans Laufen zu bringen. Ich bin zum Glück motorisiert", sagt Kundin Gertrude Manns. So negativ sieht CDU-Ratsherr Andreas Auler die Situation nicht: "Wenn der Standort vergrößert werden kann, ist er attraktiv und ich kann mir nicht vorstellen, dass man dann keinen Betreiber findet." Ob der Besitzer das Gebäude überhaupt noch umbauen will und welche Voraussetzungen es dafür geben müsste, war gestern nicht zu klären, da der Eigentümer nicht erreichbar war.

(RP)