Mobile Redaktion : Wittlaer braucht ein Verkehrskonzept

Wittlaer ist dörflich geprägt. Das trifft auch auf die schmalen Straßen zu, die häufig überlastet sind. Die Bürger fordern deshalb neue Verkehrsführungen. Am Samstag kommt die Mobile Redaktion der Rheinischen Post in den Stadtteil.

Seit den 1990er Jahren wächst Wittlaer durch zahlreiche Neubaugebiete kontinuierlich an. Geschätzte rund 2800 neue Bürger kamen in den letzten Jahren in den Stadtteil. Für sie musste die Infrastruktur ordentlich nachgebessert werden. Mehrfach wurde deshalb die Grundschule erweitert, neue Kindertagesstätten und eine Jugendfreizeiteinrichtung wurden gebaut und ein Supermarkt eröffnet. Was sich aber nicht verbessern ließ, ist die Abwicklung der Verkehre. Das führt zu zahlreichen Problemen im ansonsten dörflich geprägten Stadtteil.

Die Situation an der Bockumer Straße etwa, die als Hauptachse vier Kilometer durch Alt-Wittlaer führt, beschäftigt schon viele Jahre die Bürger. Nicht erst seit dem tödlichen Unfall einer Neunjährigen vor über einem Jahr kämpft die Schulgemeinschaft für sicherere Schulwege und hat dabei schon viel erreicht. So wurden Zebrastreifen mit Reflektoren ausgestattet, Umlaufschranken errichtet und die Bockumer Straße im Bereich der Grundschule als Zone 30 ausgewiesen. „Das ist schon ein Schritt in die richtige Richtung, aber es reicht alleine nicht aus, um den Schulweg für unsere Kinder sicher zu gestalten“, sagt Swantje Pütz, Vorsitzende der Schulpflegschaft der Franz-Vaahsen-Grundschule.

Die Bockumer Straße ist eng, der Bürgersteig deshalb schmal und für den Bau eines Radweges fehlt der Platz, zudem ist die Straße überlastet. Verschärft wird zurzeit die Situation durch zahlreiche Baustellen im Ort und den damit verbundenen Baustellenverkehr. „Die Baufahrzeuge behindern vor allem den morgendlichen Berufsverkehr und den Schulbus“, sagt Pütz.

Mit dem Neubaugebiet am Wasserwerksweg wird Wittlaer in den nächsten Jahren erneut weiter wachsen. Befürchtet wird dadurch eine weitere Verschärfung der Situation. „Das Wohngebiet muss dann über den Feldhuhnweg an die alte B8 angebunden werden, um den Verkehr aus dem Ort fernzuhalten“, fordert nicht nur Hajo Schulze vom Heimat- und Kulturkreis Wittlaer. Auch wenn die Umsetzung nicht einfach sei, „kann es doch nicht sein, dass dieses Problem von der Verwaltung nicht angegangen wird“.

„Schon bei der gewünschten Schaffung von Parkplätzen an der Haltestelle Froschenteich wird immer nur auf die Schwierigkeiten hingewiesen, anstatt nach einer Lösung zu suchen“, sagt Schulze. Zahllose Anträge dazu von der Bezirksvertretung 5 wurden von der Verwaltung bereits abgelehnt, obwohl dort viele Pendler ihre Wagen am Straßenrand abstellen und damit den Fußweg blockieren und den Grünstreifen beschädigen. Als Grund nennt die Verwaltung immer wieder fehlende öffentliche Flächen.

Keine Lösung konnte auch für die Probleme rund um die Bahnlinie U79 erreicht werden, die in den Morgenstunden häufig völlig überfüllt ist. „Das ist oft eine Zumutung und der Takt müsste deshalb dringend verdichtet werden“, sagt Schulze. Zumal immer wieder Bahnen ausfallen. „Eine Zuverlässigkeit ist nicht gegeben, da auf der Strecke zum Teil über 30 Jahre alte Fahrzeuge eingesetzt werden. Weil neue Fahrzeuge zu breit bestellt wurden, nicht nach Duisburg fahren können, wird sich das Problem weiter verschärfen“, sagt Ratsherr Andreas Auler (CDU).

Auler ist froh, dass mit dem Bau einer neuen Sporthalle zumindest ein anderes Dauerthema vom Tisch ist. „Allerdings wäre es jetzt sinnvoll, gleichzeitig auch den vorgelagerten Schützenplatz umzugestalten und vor allem mit einer Kanalisation zu versehen. Dieser wird jedes Jahr aufs Neue allenfalls notdürftig instand gesetzt.“ Dann könnten auf dem Platz endlich auch Wege für Schulkinder markiert werden, damit diese sicherer zur Schule gelangen können.