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Wittlaer: Josef Schaefer lädt in sein Wohnatelier ein

Wittlaer : Josef Schaefer lädt in sein Wohnatelier ein

Morgen eröffnet der in Wittlaer lebende Künstler seine neue Ausstellung. "Transformationen" hat Schaefer sie genannt.

Große und kleine Holzskulpturen, fragile Zeichnungen und ausdrucksstarke Malereien lenken in Josef Schaefers Wohnatelier die Aufmerksamkeit auf sich. Der Raum ist voller Kunst, strahlt Kreativität und Inspiration, Schaffensfreude und Ausgeglichenheit aus. Für den freischaffenden Maler und Bildhauer ist sein Wohnatelier ein immens wichtiger Ort.

Vor zwei Jahren ist er dort eingezogen, dort kann er kreativ sein, dort auch zur Ruhe kommen. Gleichzeitig wünscht sich der 60-Jährige den Austausch mit anderen. Denn Kunst inspiriert, führt zu Kommunikation. Und Gespräche wiederum geben Impulse für neue Kunst. Grund genug für Schaefer, die Türen seines Wohnateliers zu öffnen — und das bereits zum dritten Mal.

Was Kunst für ihn ist? "Meine Bilder müssen Geschichten erzählen", sagt Schaefer. Als Künstler liefere er die Erzählungen, die Betrachter könnten diese weiterdenken. Kunst appelliere zudem an die Verantwortung des Einzelnen, stelle Sinnfragen und führe den Menschen gleichzeitig auf seine handwerkliche Kompetenz zurück. Und: "Kunst verbindet alles", erklärt er.

Schaefers Hauptmotiv ist der Mensch — allein oder in Begegnungen, figürlich oder abstrakt. Und weil zum Menschen die Kommunikation gehört, steht diese bei ihm im Mittelpunkt. Der Künstler müsse mit dem Betrachter in einen Austausch kommen, sonst sei er verloren, verkomme zur Dekoration. Somit bedeutet das Konzept des Wohnateliers für ihn eine Möglichkeit des Austausches, des Treffens an dem Ort, an dem seine Kunst entsteht. Und so öffnet Schaefer morgen die Türen in sein künstlerisches Leben, Denken und Schaffen.

Seine Besucher können dann etwa erfahren, dass "Transformationen" — der Titel seiner neuen Ausstellung — für ihn sowohl auf innerliche als auch auf äußerliche Aspekte bezogen sind. "Veränderung ist für mich gleichbedeutend mit dem Begriff der Kunst", erklärt Schaefer, der vor etwa zehn Jahren den Mut fand, seine Kunst zum Broterwerb zu machen. Zuvor war er lange Zeit als Grafik-Designer und Dozent tätig. Bei Veränderungen entscheidend seien die Übergänge. Diese ergäben sich zum Beispiel auch aus der Zufälligkeit des Aquarells. Folglich findet sich das Thema Übergang in seinen Werken wieder und passt auch zu seinem Schaffensprozess: "Wenn ich an etwas arbeite, sind die nächsten Formen in meinem Kopf."

Gerne mixt er Materialien und Methoden, so dass Kunstwerke aus Druck, Tape, Zeichnung und Kratztechnik entstehen. Andere Werke beginnen mit einer Skizze, entwickeln sich zu Skulpturen und erzählen Geschichten, die sich dann wiederum malen lassen. "Ich muss nicht unbedingt alles steuern, sondern will gerade das Nicht-Steuerbare ausweiten", sagt Schaefer.

(dick)