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Im Walter-Kobold-Haus in Düsseldorf Wittlaer gibt es nun eine Modellbahnanlage

Senioren in Düsseldorf : Im Walter-Kobold-Haus rollen jetzt die Züge

Der Förderverein des Seniorenheims hat eine Modelleisenbahn-Anlage aufgebaut. Dieses bietet den Bewohnern Abwechslung und hilft beim Gedächtnistraining. Eine Erweiterung des Projektes ist in Planung.

Unterlegt mit dem passenden Sound dreht in der zweiten Etage des Walter-Kobold-Hauses eine Modellbahn Runde um Runde, fährt dabei an schmucken Häuschen und kleinen Figürchen vorbei. Die Anlage ist ein Werk des Fördervereins des Senioren- und Pflegeheims der Graf Recke Stiftung. Corona hat das ambitionierte Projekt ausgebremst. Jetzt soll es langsam wieder ins Rollen kommen – und das auch im wörtlichen Sinne. Denn die im November in Betrieb genommene Anlage soll erweitert werden und nach Möglichkeit noch mehr Fahrzeuge erhalten.

Entstanden ist die Idee zur Eisenbahn, als im Garten des Walter-Kobold-Hauses ein kleines Modelldorf aufgebaut wurde. „Wir haben gedacht, dass dort eine Eisenbahn gut dazu passen würde“, sagt Birgit Kleekamp. Da eine Gartenbahn aber eine komplizierte und pflegeintensive Angelegenheit ist, wurde in den Räume des Heims eine geeignete Fläche für eine Bahn gesucht und schnell gefunden. Im Foyer in der zweiten Etage hatte sich vor mehreren Jahren ein mit Kieseln gefülltes Becken befunden. Die karge Fläche war immer wieder umdekoriert worden. Besonders schön wurde sie aber nie. Mit Unterstützung von Jugendlichen aus der Schreinerei der Graf-Recke-Stiftung und der Haustechnik des Seniorenheims wurde dort eine große Platte installiert, auf der die ersten Schienen verlegt werden konnten.

„Wir haben uns für die Spurgröße G, also für ein großes Modell entschieden, damit die Besucher der Anlage alles gut erkennen können. Außerdem sind solche, eigentlich für den Garten gedachte, Bahnen ziemlich robust“, sagt Gerhard Pfeiffer-Jäger. Er ist Vorsitzender des 2003 gegründeten Fördervereins, der das Projekt mit Geldern, aber vor allen Dingen mit viel persönlichem Einsatz, seiner Mitglieder realisiert hat.

„Der Förderverein macht ganz viel in unserem Haus möglich“, sagt Birgit Kleekamp. Sie ist froh, mit der Bahn jetzt auch ein Angebot zu haben, dass vor allen Dingen Männer anspricht. „Für Frauen ist es leichter Angebote wie etwa Basteln oder Singen zu machen. Für Männer etwas zu finden, das sie richtig begeistert, ist schon schwieriger.“

Regelmäßig sollen nun wieder Bewohner des Hauses zur Bahn begleitet werden, um diese gemeinsam fahren zu lassen. Dabei steht aber nicht nur der Spaß an der Technik im Vordergrund. „Mit Hilfe der Bahn können wir sehr gut Erinnerungsarbeit und Gedächtnistraining durchführen. Wir kommen zum Beispiel darüber ins Gespräch, wie eigene Bahnreisen früher waren. Das klappt sehr gut“, sagt Kleekamp. Zudem rege die Bahn an, über Technik und früher selbst besessene Anlagen zu fachsimpeln. „Beim Aufbau mithelfen können die Bewohner allerdings nicht mehr, aber sie schauen uns gerne dabei zu“, sagt Pfeiffer-Jäger.

Und da wird es noch viel zu sehen geben, denn der Förderverein möchte die Anlage noch erweitern und zu einer richtigen Landschaft gestalten. „Dabei werden wir Wünsche und Anregungen der Bewohner aufnehmen.“ Fest steht aber bereits, dass vor einem Bürofenster ein großer Berg mit einem Tunnel entstehen wird. „Das haben wir dem dort tätigen Mitarbeiter versprochen, damit dieser nicht zu sehr von der Bahn gestört und abgelenkt wird“, sagt der Vereinsvorsitzende. Er würde sich über jegliche Sachspenden wie Häuser, Lokomotiven, Schienen, Figuren und Bastelmaterial freuen, um die Anlage vergrößern zu können. „Und wer weiß, vielleicht bauen wir dann auch später doch noch eine Eisenbahn im Garten auf.“