Wittlaer : Forderung nach sicherem Schulweg

Die Bockumer Straße ist eng, der Bürgersteig deshalb schmal und der Bau eines Radweges nicht möglich. Schüler in Wittlaer fühlen sich aus diesem Grund dort nicht sicher.

Die Franz-Vaahsen-Schule in Wittlaer ist mit 390 Schülern die zweitgrößte Grundschule in Düsseldorf. Obwohl der Stadtteil ländlich geprägt ist, werden weit über die Hälfte der Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht und nachmittags werden viele Jungen und Mädchen zum benachbarten Sportverein chauffiert. "Das würden bestimmt viel weniger Kinder sein, wenn der Schulweg nicht so gefährlich wäre", ist Schulleiter Jan von der Gathen überzeugt. So führt der Weg für viele Jungen und Mädchen über die Bockumer Straße, der Hauptachse durch den Ort. "Dort sind an vielen Stellen die Bürgersteige nur sehr schmal und sind deshalb besonders für Fahrradfahrer zu eng", sagt Annette Hoyer, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Schule. Um einen Fahrradweg zu bauen, fehlt der Platz.

Besonders gefährlich wird die Situation montags und freitags, wenn die Mülltonnen zur Leerung auf den Bürgersteig geschoben werden. "Viele Fahrradfahrer weichen dann auf die Straße aus. Ich finde das sehr gefährlich, weil die Autos dort sehr schnell fahren", sagt die Viertklässlerin Lisa, die selber mit dem Fahrrad zu Schule fährt. Das sieht der zehnjährige Johannes ähnlich. "Wenn ich die Straße überquere, bremsen die Autos oft sehr spät ab. Da bekomme ich manchmal einen ordentlichen Schreck." Da Johannes und Lisa Schülerpräsidenten sind, also ihre Schulkameraden vertreten, haben sie sich mit der Bitte an das Amt für Verkehrsmanagement gewandt, auf der Bockumer Straße eine Tempo-30-Zone einzuführen.

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Das ist ein Wunsch, der schon seit vielen Jahren, auch von Lokalpolitikern, geäußert wird. "Die Schüler hatten aber keinen Erfolg mit ihrem Anliegen, denn das Amt findet die Situation auf der Bockumer Straße in Ordnung, weil dort keine großen Überschreitungen der Geschwindigkeit gemessen wurden. Meine Schüler sagen mir allerdings mit aller Deutlichkeit, dass sie auf dem Schulweg Angst hätten, weil sie die Autos als zu schnell empfinden", sagt von der Gathen. Ähnlich geht es aber auch erwachsenen Verkehrsteilnehmern. "Wenn ich mein Kind zur Kindertagesstätte bringe, schirme ich es zur Straßenseite hin immer ab. Ich selber kann aber die Autos spüren, weil sie sehr dicht am Bordstein vorbei rasen", sagt Antonia Waterhott.

Vielfach greifen die Bürger deshalb zu eigenen Maßnahmen, um den Verkehr auszubremsen. "Ich parke ganz bewusst meinen Wagen auf der Bockumer Straße. Weil die zum Teil sehr eng ist, muss dann wenigstens an dieser Stelle gebremst werden", sagt Sebastian Krause, Vorsitzender des Heimat- und Kulturkreises. Dieser "Trick" funktioniert allerdings nicht in Schulnähe. Dort ist die Straße breiter und zudem gibt es dort wenige direkte Anlieger. "Weil dann freie Fahrt möglich ist, geben ausgerechnet dort die Autofahrer Gas", sagt Krause kopfschüttelnd.

"Wir wollen nicht warten, bis etwas passiert. Wir fordern deshalb als Sofortmaßnahme, dass die Bockumer Straße doch zu einer Tempo-30-Zone wird und weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssituation in Ruhe geprüft werden", sagt Christian Faust, Vorsitzender des Fördervereins. Ein entsprechender Antrag soll in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 5 gestellt werden, verspricht Norbert Biermann (CDU). Dass solche Zonen Erfolg haben, würde sich schließlich auf der Einbrunger Straße, quasi der Verlängerung der Bockumer Straße, zeigen. "Weil dort regelmäßig die Geschwindigkeit überprüft wird, halten sich die Autofahrer dann auch daran", sagt Krause.

Eine weitere Maßnahme, die längerfristig geprüft werden soll, ist der Ausbau der Straße Wittgatt. "Über diese könnte dann der Autoverkehr schneller aus dem Ortskern auf die B8 abfließen", sagt Monika van Volxem (FDP). Zumal noch eine Verschärfung der Verkehrssituation befürchtet wird, wenn in den nächsten Jahren am Wasserwerksweg ein neues Wohngebiet mit vielen einhundert Wohneinheiten entstehen wird.

(brab)