Wittlaer : Erbsensuppe nach Geheimrezept

Schützen in Wittlaer kochen am Schützenfestmontag für alle Besucher ihren legendären Eintopf.

Seit 1981 gibt es in der Remigius-Kompanie die Tradition, auf dem Wittlaerer Schützenfest im Rahmen des Vogelschießens am Montagmittag eine deftige Erbsensuppe zu kochen und für einen guten Zweck zu verkaufen. Die Rezeptur für die Suppe stammt von der Freiwilligen Feuerwehr Wittlaer - und wurde sogar schon von der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) mit dem "Großen Preis in Gold" prämiert.

Die Suppe hat im Düsseldorfer Norden längst einen Legenden-Status. Bei jedem Schützenfest werden im Durchschnitt etwa 350 Teller verkauft. Inzwischen konnten so über die Jahre schon 11 500 Portionen abgesetzt und der Erlös gespendet werden. Die Bäckerei Wolff spendiert dazu die Brötchen.

Die streng geheime Rezeptur wird natürlich nicht verraten, bei einigen Eckdaten lassen die beteiligten Köche aber mit sich reden: Das Gewicht aller Zutaten für ein Schützenfest beträgt ohne Wasser 75 Kilogramm. Die Suppe wird in einer Feldküche der Feuerwehr zubereitet. Damit sie mittags fertig ist, muss man bereits früh morgens um 6 Uhr mit dem Kochen anfangen. Der Kochlöffel muss und kann nur von zwei gestandenen Männern betätigt werden - das sind normalerweise Kaspar Hilger und Regimentsarzt Georg Holstein. Der erste Kompaniekochlöffel ist noch immer in Gebrauch.

In den letzten 34 Jahren wurden auf diese Weise etwa 1000 Kilogramm geräucherter Bauchspeck, 1100 Kilogramm Erbsen, 340 Kilogramm Möhren, 150 Kilogramm Suppengrün und die Schwarte von zehn bedauernswerten Schweinen verarbeitet. Die Suppe enthält zur Überraschung vieler keine Kartoffeln. Zum Heizen der Feldküche wurden bis heute schätzungsweise 1250 Kilogramm Propangas verbraucht.

Der Erlös für die Suppe kam unter anderen folgenden Institutionen zugute: Aktion "Wünsch Dir Was", Kinder-Aidshilfe, Kinderhilfezentrum Eulerstraße, Kinderschutzbund, Schulbau Abiligeth/Ungarn, Kinderhospiz Kaiserswerth, Frauenhaus und Regenbogenland.

In diesem Jahr geht der Erlös Suppe an die "Klinik-Clownin" der Kaiserswerther Diakonie. "Wer schon einmal sein Kind ins Krankenhaus bringen musste, weiß, wie schwer es ist, wenn Schmerzen kommen und es langweilig ist, wenn man nicht aufstehen darf und das Heimweh quält. Weil Lachen die beste Medizin ist, hat das Florence-Nightingale-Krankenhaus eine junge Frau engagiert, die hier als Clown unterwegs ist", erklärt Kaspar Hilger den Hintergrund der Idee.

Am Donnerstag konnten die Besucher des Kindernachmittages, der im Rahmen des Schützenfestes jedes Jahr auf dem Festplatz am Fritz-Köhler-Weg durchgeführt wird, die Clownin bereits kennenlernen und in Aktion erleben.

(RP)