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Düsseldorf: Einsingen für die Fünfte Jahreszeit

Düsseldorf : Einsingen für die Fünfte Jahreszeit

Seit vier Jahren bereichern junge Familien aus Wittlaer den Karneval im Stadtnorden. Am Wochenende stimmten sie sich bei einer Liedprobe auf die jecke Zeit ein.

Im "Alten Waschhaus" der Kaiserswerther Diakonie zeigten am Samstagabend die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft "Jecke Eltern Wittlaers", was in ihnen steckt. Nämlich jede Menge Enthusiasmus, Einsatzbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit. "Chorleiter" Roman Wesolowski hatte rund 70 sangesfreudige Karnevalisten zusammengerufen, um für die anstehende Session die passenden Lieder einzustudieren, darunter auch einige Klassiker, die einen passenden Text auf den Stadtteil erhielten. Anfangs noch etwas zögerlich, doch dann immer kraftvoller und fröhlicher legten die Clowns, Hasen, Engel, Piraten und Wikinger los und schunkelten zu "Die Sterne funkele, mir Düsseldorfer schunkele" um die Wette.

Und als dann Wesolowski an der Gitarre die neue Düsseldorf-Hymne "An Tagen wie diesen" anstimmte, gab es in dem liebevoll geschmückten Saal kein Halten mehr — und die Sänger spendeten sich zur Belohnung gleich selbst eine Zugabe. Was die Narren verbindet? Dass sie alle junge Eltern aus Wittlaer sind. "Als wir vor fünf Jahren als Zuschauer den Karnevalszug durch Wittlaer verfolgt haben, fanden wir es schade, dass dieser nur wenige Teilnehmer hat. Schließlich ist so eine Veranstaltung doch ideal für Familien mit kleinen Kindern", sagt Christine Enke.

Schnell beschloss man, mit einer Fußtruppe am nächsten Umzug mitzumachen und fand unter Nachbarn, Freunden und den Eltern aus den Kindergärten und der Grundschule viele Mitstreiter. Inzwischen ist die Gruppe von 30 auf mehr als 100 Leute angewachsen, die unter so originellen Mottos wie "Wittlaer ist gerammelt voll und wir sind alle jeck und doll", beispielsweise als Hasen verkleidet durch die Straßen ziehen. Das hat auch andere Wittlaer inspiriert, sich nun an dem stetig wachsenden Zug zu beteiligen.

Zeitgleich mit der Familiengruppe starteten die Bravehearts, eine Hobby-Kicker-Gruppe, die auch die behördlichen Anmeldungen des Zuges übernommen hat. Es folgte die Offene Ganztagsschule der Franz-Vaahsen-Schule und der Heimat- und Kulturkreis Wittlaer. "Wir hatten zwar immer eine Musikanlage auf einem Handwagen dabei, aber keiner konnte so richtig mitsingen. So ist die Idee des Übungsabends entstanden", erklärt Wesolowski. Der fand letztes Jahr erstmals in einer Garage statt und war gleich so gut besucht, dass man diesmal eine größere Räumlichkeit brauchte.

"Außerdem ist die Garage inzwischen besetzt, denn dort bauen wir unseren ersten Wagen", sagt Matthias Enke. Seit Anfang Januar treffen sich dazu jeden Samstag im Schnitt zehn Wagenbauer, um ein großes Wikingerschiff zu kreieren, das rund fünf Meter lang und zwei Meter breit werden soll. "Durch Zufall hat Jacques Tilly von unserem Vorhaben erfahren und uns in die Wagenbauhalle eingeladen", sagt Matthias Enke. Ausgestattet mit vielen wertvollen Tipps und den richtigen Materialempfehlungen steht dem Werk nun nichts mehr im Wege, zumal sich mehrere Ingenieure am Bau beteiligen.

"Den Wagen werden wir aber mit vereinten Kräften selber ziehen und schieben, denn die Auflagen für motorisierte Gefährte sind uns zu hoch", sagt Enke.

(brab)