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Rath: Widerstand gegen Bordell-Pläne

Rath : Widerstand gegen Bordell-Pläne

In einem Gewerbegebiet an der Oberhausener Straße, das an die Theodorstraße angrenzt, könnte in nächster Zeit ein FKK- und Sauna-Club entstehen. Einer entsprechenden Bauvoranfrage für ein leer stehendes Gebäude hat die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr zugestimmt.

"Auch solche Nutzungen müssen irgendwo im Stadtgebiet zulässig sein. Dort ist das akzeptabel, da in der direkten Nachbarschaft keine Wohnbebauung vorhanden ist", erklärte Markus Stranzenbach, Bereichsleiter beim Stadtplanungsamt, in der Bezirksvertretung 6. Was die Verwaltung aber nicht mehr genehmigen will, für bedenklich hält, ist eine geplante erhebliche Erweiterung der Nutzfläche und eine deutliche Vergrößerung der Zahl der gewerblich genutzten Zimmer. "Das halten wir dann doch für problematisch", so Stranzenbach.

Über welche Größenordnung dabei gesprochen wird, will die Verwaltung allerdings nicht mitteilen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Um die Erweiterung des geplanten Clubs und die Ansiedlung weiterer Bordelle zu verhindern, will die Verwaltung nun für das Gewerbegebiet einen neuen Bebauungsplan aufstellen, der solche und andere unerwünschte Nutzungen unterbindet. So liegt der Verwaltung bereits eine Bauvoranfrage für ein Spielcasino in diesem Areal vor. Während die Bezirksvertretung 6 Stellung zu dem neuen Bebauungsplan beziehen durfte, stand die Genehmigung des Sauna-Clubs dort nicht auf der Tagesordnung.

"Für die Bezirksvertretung bestand hier keine Zuständigkeit", erklärt Heinz-Günter Strerath, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle. Dennoch sind einige Lokalpolitiker darüber verstimmt, dass sie nicht vorher informiert wurden. "Die Verfahrensweise war zwar völlig korrekt, aber für ein gutes Miteinander von Verwaltung und Politik wäre eine Vorinformation in Zukunft wünschenswert", sagt CDU-Ratsfrau Sylvia Pantel. Sie ärgert es sehr, dass der Sauna-Club in dem betreffenden Bereich genehmigt wurde "Dort handelt es sich ohnehin um ein sehr schwieriges Gebiet. Wir versuchen die Situation unter anderem mit Hilfe der Jugendhilfe und des kriminalpräventiven Rates zu verbessern. Da arbeitet so eine Genehmigung gegen uns."

(RP)