Wersten : Werstens Achterbahnfahrt

Nach dem Tiefpunkt zum Ende der Saison gehen die 04er jetzt als Tabellenführer in die Pause.

Für Werstens Fußball-Trainer Glubisz und Co-Trainer Peter Gonzales war das letzte Spiel des Jahres ein Abbild der bisherigen Saison: eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wie das ganze Jahr 2016, das mit dem Abstieg in die Kreisliga B nach sechs meist erfolgreichen Jahrzehnten einen Tiefpunkt in der sportlichen Geschichte des SV Wersten 04 brachte. Das versöhnliche Ende war aber das 3:0 über DJK SF Gerresheim II. Denn zu Weihnachten steht das Team von Trainer Alfred "Ali" Glubisz dort, wo es hin soll: ganz oben in der Tabelle. Mit 14 Siegen, drei Niederlagen und einem Remis haben sich die Werstener fünf Punkte Vorsprung vor Verfolger SC Unterbach erarbeitet, doch war das weniger als möglich. Die schlimmste Achterbahn-Sturzfahrt kam im November (1:5 gegen SSV Erkrath, 1:1 bei SR Eller, 1:2 gegen GSC Hermes). Drei Spiele, in denen die Fans und das Trainergespann der so spielstarken Mannschaft fehlenden Willen, Kampf anzunehmen, ankreideten. Was Glubisz ins Grübeln über seine Arbeit brachte. Doch wie schon nach dem Abstieg, als der Coach daran dachte, aufzuhören, reagierte das Team. Und baute den Trainer auf. Indem es wieder funktionierte.

Dass ausgerechnet Schiedsrichter Hüdai Faikoglu dem SVW den Weg zum letzten Erfolgserlebnis in 2016 ebnete, war seltsam. Er beendete die Lethargie der Grün-Weißen, die sich gegen die schwachen DJK zeigte, mit seinem einzigen Fehler. Dennis Krüll wurde per hohem Bein mit offener Sohle gefoult, die DJK bekam den Freistoß und Krüll wurde verwarnt. Die darauf vom "Sünder" viel zu laut und emotional vorgetragene Frage nach dem "warum ich" ließ die gelb-rote Karte folgen (37.). Von da an waren die Hausherren Chef im Ring, trafen noch dreimal.

In die Saison war die Elf vom Dechenweg mit einem mühsamen Sieg über den SFD gestartet und verlor gar bei Eller 04 II. Wobei die Punkte gegen den SFD durch den Rückzug der Niederheider verloren gingen. Dafür aber gab es drei Zähler zurück, die der fast zwanzig Jahre als Nummer drei des Düsseldorfer Fußballs zu den etablierten Klubs gehörende SV mit seiner Niederlage beim MSV Hilden - ein MSV-Spieler war nicht spielberechtigt - verlor. Wobei der MSV gegen dieses Urteil Berufung eingelegt hat.

Was Perfektionist Glubisz zum bisherigen Saisonverlauf sagt, wundert sicher manchen Wersten-Fan: "Wenn wir aufsteigen wollen, müssen wir uns steigern und einiges ändern. Wir werden jetzt gejagt, haben aber eine lernwillige Mannschaft. Wir haben zuviele Karten bekommen. Gelbe, Gelb-Rote und Rote. Das soll sich ändern. Durch die Bank war ich überrascht, wie oft wir gute Schiedsrichter in der Kreisliga B hatten."

Nun ist am Dechenweg Pause. Am 12. Januar ist das erste Training, am 15. Januar (15 Uhr) steigt der erste Test gegen den Garather SV.

(RP)