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Wersten: Werstener Kreuz bleibt weiter ein Problem

Wersten : Werstener Kreuz bleibt weiter ein Problem

Werstens Bezirksbeamter Hans-Werner Both kennt die Gefahren an der unübersichtlichen Kreuzung seit vielen Jahren, wie die Stau-Umfahrer. Gestern war er mit dem Polizeipräsidenten vor Ort.

Auf der einen Seite gibt es das Werstener Kreuz, auf der anderen Seite idyllische Einfamilienhäuser in Tempo-30-Zonen. Das ist Wersten. Und bei einem gut einstündigen Spaziergang mit einer Doppelstreife kann eine Menge passieren. Das stellte gestern Mittag auch Polizeipräsident Norbert Wesseler fest, der den Rundgang begleitete. Gemeinsam mit dem Leiter der Inspektion Süd, Thomas Decken, und dem zuständigen Bezirksbeamten Hans-Werner Both ging es von der Wache an der Kölner Landstraße gleich zum gefährlichsten Punkt in Wersten - dem Kreuz mit seinen Autobahnauf- und -abfahrten, den verschiedenen Haltestellen und den Radwegen.

"Das größte Problem sind die Autofahrer, die von der A 46 aus Fahrtrichtung Wuppertal kommen", sagt Both, der seit 17 Jahren in Wersten arbeitet. "Viele von ihnen wollen morgens den Stau umgehen und drehen einfach auf dem Deckel", sagt er und ergänzt, "oder an der Tankstelle. Und die ganz Dreisten fahren einfach hinter dem Bus geradeaus her, obwohl sie gar nicht geradeaus fahren dürfen."

Wesseler und Decken hören aufmerksam zu. Der Problematik des Werstener Kreuzes sind sie sich auch bewusst, aber die Details kennt der Mann vor Ort besser. Und dies ist auch der Grund, warum Thomas Decken als Doppelstreife durch die Bezirke geht - um sich ein Bild zu machen. Der Leiter der Polizeiinspektion Süd ist für die Stadtbezirke 3 (ohne Oberbilk) und 8 sowie für den gesamten Düsseldorfer Süden zuständig.

In Eller war er schon, in Friedrichstadt ist er heute, und auch für die anderen Bezirke sind weitere Streifentouren geplant. Polizeipräsident Wesseler nimmt an den Streifentouren teil, wenn es seine Zeit zulässt. "So lernt man die Bezirke doch viel besser kennen", meint er.

Doch zurück zum Werstener Kreuz. Da sind sich die Drei einig, dass es eine der unübersichtlichsten Kreuzungen der Stadt ist. "Und einer der dicht befahrensten Knotenpunkte", wie Decken ergänzt. Both erklärt, dass sich schon einiges getan hätte. So sei für die Kinder, die über das Kreuz zu Schulen gehen müssen, die Ampelphase verlängert worden. Both ist froh, dass es wieder drei Verkehrshelfer gibt, die morgens an der Kreuzung stehen.

Und während der Polizeipräsident sagt, dass die Kreuzung sehr unübersichtlich sei, fährt in diesem Moment ein SUV aus Richtung Uni kommend ein Stück rückwärts, um zurück auf die Autobahn zu kommen. Fast wäre er nach Wersten gefahren. Das Ganze geht glimpflich aus. Für Both ganz normaler Alltag.

Währenddessen steht ein Kradfahrer leicht versteckt parallel zur A46 in Höhe der Tunnelausfahrt. "Der kontrolliert, ob jemand bei Rot über die Ampel fährt", sagt Both. Und tatsächlich: Wenige Minuten später steht ein Kleinwagen halb auf dem Bürgersteig und der Fahrer muss seine Papiere zeigen. "Das wird teuer", sagt Both: "125 Euro und Punkte in Flensburg".

Jetzt geht es in den ruhigen Teil Werstens: Am Cronenberger Weg/Auf'm Rott erklärt der Bezirksbeamte, dass er dort mit den Kindern für den Fahrradführerschein übt. Denn hier rasen keine Autos in der Tempo-30-Zone. Er erklärt aber auch, dass an dieser Stelle der Martinszug entlangzieht. Dann zeigt er auf den freien Platz, wo bald das Martinsfeuer brennen wird. Wesseler hört aufmerksam zu, denn in Westfalen, wo er herkommt, gibt es diese Tradition nicht.

(RP)