Werstener Initiative verleiht Rampe für Düsseldorfer Rollstuhlfahrer

Inklusion : Barrierefreiheit zu verleihen

Die Initiative „Wir machen mit“ verlieh Werstener Geschäften eine Rollstuhlrampe. Auf diese Weise sollen Menschen mit Behinderung besser integriert werden.

Gemütlich trinkt Georg Schlösser in seinem Rollstuhl im Café Classico einen Kaffee. Seit seinem Unfall vor 13 Jahren hat sich für ihn einiges verändert. Nicht überall kann er so entspannt sitzen wie hier. Stufen sind ihm oft im Weg, Hindernisse, die für seinen Rollstuhl nicht zu schaffen sind.

Die Stufen vor dem Café Classico kann er mit einer Rampe überwinden. Solche Rampen sind für ihn oft die einzige Möglichkeit, ein Gebäude zu betreten. Oft wünscht er sich, dass mehr Orte barrierefrei sind und dass er an mehr Aktivitäten im Stadtteil teilnehmen kann.

Genau dieses Ziel hat sich das Projekt „Wir machen mit“ gesetzt, das von der Aktion Mensch gefördert wird. Als ein inklusives Netzwerk setzt es sich für Barrierefreiheit und Inklusion ein.

„Wir wollen Menschen im Viertel zusammenbringen“, erklärt Benjamin Freese von der Aktion. Die ausleihbare Rampe von „wheelramp“ soll als Pilotprojekt dienen. „Wir wollen erst mal zeigen, was möglich ist und es dann hoffentlich auch bald in die anderen Düsseldorfer Stadtteile tragen“, erklärt Freese.

Im Projektbüro „In der Gemeinde leben“ an der Kölner Landstraße können sich Geschäfte ab sofort kostenlos eine Rampe leihen. Neu kostet sie um die 200 Euro. „Ein Geschäftsinhaber muss sich überlegen, ob er die Kosten tragen will, aber auch, wo die Rampe gelagert werden kann“, sagt Michael Makoschey, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Wir in Wersten“.

„Die Rampe kann jedoch nicht langfristig vor dem Geschäft liegen bleiben. Sie ragt zum Teil viel zu weit in den Bürgerstein rein und kann so zur Stolperfalle werden“, erklärt Makoschey weiter. Er selbst arbeitet bei einer Apotheke, für die ein solcher Zugang mittlerweile Vorschrift ist.

Vorerst gibt es nur eine Rampe, die geliehen werden kann. „Wir wollen am Anfang das Bewusstsein für Barrierefreiheit im Viertel stärken“, sagt Freese. Vielen falle der Bedarf an Rampen nicht auf.

„Unser Wunsch ist, dass sich andere Menschen mal in die Rolle von Georg Schlösser versetzen“, erklärt er weiter. „Weil wir im Alltag viele Probleme haben, sind wir Rollstuhlfahrer oft unter uns“, erzählt Schlösser.

Er erhofft sich, dass die Rampen ein erster Schritt Richtung mehr Teilhabe für Menschen sein könnten, die nicht in vollem Umfang am normalen gesellschaftlichen Leben teilhaben können.