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Wersten: Picknick im Garten vor der Haustür

Wersten : Picknick im Garten vor der Haustüre

Rund 30 Leute folgten der Einladung zum ökumenischen Picknick im Nachbarschaftsgarten.

Etwas versteckt zwischen der Häuserreihe an der Burscheider Straße liegt er: der Werstener Nachbarschaftsgarten. Ein Kleinod mitten in der Stadt, das zum Verweilen und Innehalten einlädt. Oder eben zu gemeinsamen Aktivitäten wie beim gestrigen ökumenischen Picknick,  zu dem die beiden Werstener Gemeinden einluden. Trotz des sehr warmen Wetters folgten einige Gottesdienstbesucher der evangelischen Stephanuskirche und Klarenbachkirche sowie der  katholischen Kirchen St. Maria in den Benden und St. Maria Rosenkranz der Einladung.

„Das ökumenische Picknick hat bei uns eine lange Tradition“, sagt Kay Faller, Pfarrer der evangelischen Gemeinde. Denn bereits seit sechs Jahren findet das gemeinsame Picknick nach dem Familiengottesdienst statt. „Und da die Bewohner des Matthias-Claudius-Hauses jeden ersten Monat zu uns in die Kirche kommen, ist es heute auch gleich noch integrativ.“ Das konfessionsübergreifende Picknick im Anschluss an die jeweiligen Gottesdienste hat für Faller und seinen katholischen Kollegen Christoph Henrichs einen entscheidenden Vorteil. „Ein gemeinsamer Gottesdienst bedarf einer Genehmigung, zusammen feiern dürfen wir auch einfach so“, erklärt der evangelische Geistliche lachend.

Julia Thomassen vom Caritasverband und verantwortlich für das Projekt des Nachbarschaftsgartens, freut sich, dass das Picknick bereits zum zweiten Mal im Garten stattfindet. „Jede Veranstaltung trägt dazu bei, den Nachbarschaftsgarten ein Stück weit bekannter zu machen.“ Der Aufwand ist dabei sehr gering. „Die Gemeinden haben den Termin an ihre Mitglieder kommuniziert und wir haben Tische und Stühle aufgestellt“, sagt Thomassen. Zu essen gibt’s, was der mitgebrachte Picknickkorb hergibt.

Von Obst über Gemüse, Kuchen und anderen Backwaren ist eine bunte Auswahl dabei und wird mit den Tisch-Nachbarn geteilt. Wer zum ersten Mal im Garten ist, kann sich von Thomassen auch einmal durch das Grün führen lassen. Zu entdecken gibt es einiges: ein Baumstamm-Mikado zum Balancieren, den Barfußweg, die Insektenhotels, die in Wersten „Insektenkirchen“ heißen  und von der Form den Kirchen im Stadtteil nachempfunden sind, und nicht zuletzt natürlich Obstbäume und Beete. „Die Beete werden alle von unseren Nutzern angelegt und gepflegt“, berichtet Thomassen. Denn im Nachbarschaftsgarten gilt ein einfaches Motto: Nutzung gegen Pflege.

Wer sein eigenes kleines Stück Grün haben will, erklärt sich dazu bereit, beim Rest des Gartens zu helfen und übernimmt Aufgaben wie Wässern oder Unkraut jäten. Eine von sechs Nutzern ist Ursula Ehemann, die seit knapp einem Jahr ihr Beet pflegt: „Ich habe dadurch meine Lust am Gärtnern entdeckt. Man kann abschalten und gleichzeitig etwas Sinnvolles tun.“ Aber auch um sich einfach mal auf die Bank zu setzen und die Ruhe zu genießen, weiß Ehemann den Garten zu schätzen.