Wersten : Wersten hat nun wieder eine "Give Box"

Nachdem die erste Box im Juni niedergebrannt wurde, können nun wieder Sachen für Bedürftige oder Stöberwillige vor der Kirche St. Maria Rosenkranz deponiert werden. Ein Treffpunkt ist sie außerdem.

Wohin mit Dingen, die man selbst nicht mehr braucht, aber noch intakt sind? Seit Samstag können solche Sachen wieder in der "Give Box" in Wersten deponiert werden. Das System ist denkbar einfach. Wer ein Buch, eine CD, ein Kleidungsstück oder etwas anderes selbst nicht mehr benötigt, legt es in diese Box vor der Kirche St. Maria Rosenkranz an der Burscheider Straße.

Andere, die damit noch was anfangen können, dürfen es sich dann herausnehmen. Gerade da der Ausdruck der "Wegwerfgesellschaft" in aller Munde ist, eine schöne Idee, alte Dinge sinnvoll weiterzuverwenden. Die Idee kam von Werstener Bürgern wie Conny Cürten. "Über Facebook kam die Idee, auch in Wersten eine "Give Box" zu errichten.

Vor zwei Jahren begannen dann die Planungen", meint Cürten. Das Geld kam dabei von privaten Spendern. "Unterstützt wurden wir auch von der Don-Bosco-Stiftung, über deren Konto wir auch die Spenden abgewickelt haben", ergänzt sie.

Geschätzt wird dies jedoch nicht von jedem. So war die Einweihung zwar ein Akt der Freude, jedoch auch der Gewissheit, dass die Box, die jedem zugänglich ist, dem Vandalismus zum Opfer fallen kann. Im Juni wurde eine erste Box niedergebrannt. Der oder die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden. Mutmaßungen, bei dem Täter könnte es sich um einen Anwohner handeln, der sich durch die stark frequentierte Box belästigt fühlte, halten jedoch alle Beteiligten für unwahrscheinlich.

"Zunächst hatten wir einen anderen Standort in Betracht gezogen, aus Angst, die nächste Box könnte wieder zerstört werden, weil wir damit möglicherweise Anwohner verärgern. Diese Bedenken konnte Pfarrer Frank Heidkamp allerdings ausräumen", erklärt Barbara Ochs, eine der Initiatoren, in einer Mitteilung.

Laut Heidkamp vermisse die Gemeinde die Box, die für Menschen egal, welcher Konfession oder Dicke des Geldbeutels ein wichtiger Treffpunkt geworden sei. Davon konnten sich auch alle Anwesenden am Samstag Mittag überzeugen, als der Vorhang der Box symbolisch aufgezogen, die Box eröffnet wurde. In den Gesprächen, die rund herum geführt wurden kam vor allem die Frage auf, ob die Box noch einmal zerstört werden könnte. Es herrschte jedoch durchweg Optimismus, dass so etwas nicht nochmal geschehe. "Wir lassen uns von so einer Aktion nicht abschrecken", sagt Klaus Lorenz von der Stiftung "Mit Herz und Hand für Wersten - Don-Bosco". Bei der erneuten Aufstellung wurde der Verein finanziell von der Provinzial Versicherung unterstützt. "Das haben wir gerne gemacht, da die Förderung von sozialen Projekten gerade an unserem Standort in Wersten für uns ein wichtiges Thema ist", meint Provinzial-Sprecherin Martina Hankammer.

Die Box indes war bereits am Samstag gut gefüllt. Viele Bürger trugen während der Eröffnung dazu bei, dass die Box reichlich Auswahl bereithält. "Der Standort liegt im Herzen von Wersten und ist stark frequentiert. Hier findet ein schneller Austausch der Dinge statt.", sagt Klaus Lorenz.

(RP)
Mehr von RP ONLINE