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Werkstatt für angepasste Arbeit veranstaltet inklusiven Karneval in Düsseldorf

Werkstatt für angepasste Arbeit : Inklusiver Karneval im Südpark

Die Werkstatt für angepasste Arbeit organisierte einen Umzug, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam feierten.

Ganz Düsseldorf steht im Moment kopf, die Züge ziehen durch die Viertel, und den Anfang hat der Südpark gemacht. Dort veranstaltete gestern die Werkstatt für angepasste Arbeit (WfaA) ihren jecken Umzug, bei dem bei bestem Wetter Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam feierten. Statt 11.11 Uhr begannen die Feiern bereits um 10.10 Uhr – um den Tagesablauf in der WfaA nicht zu sehr durcheinander zu bringen.

Bereits seit 21 Jahren gibt es den Umzug, das Prinzenpaar kommt aus den Reihen der Menschen mit geistiger Behinderung, die in der WfaA beschäftigt sind. Dieses Jahr wurden aus den Bewerbern Sabine Steinbis-Ostwald und Michael Naujok-Weiling ausgewählt, um auf dem kleinen Prinzenwagen zu fahren. Prinz Michael ist Gärtner im Südpark und durch die Arbeit im Freien auch Regen gewohnt – ihm machte daher auch das schlechte Wetter am Vortag keine Sorgen.

Zum Zug selbst zeigte sich dann jedoch die Sonne. „Wir haben wirklich Glück gehabt“, so der Karnevalsprinz. Er stammt aus einer jecken Familie und wurde daher schon früh an das Winterbrauchtum herangeführt. Sein Vater war beim Zug dabei, als sich für Naujok-Weiling ein Traum erfüllte: „Ich wollte schon als Kind immer einmal Prinz sein“, verrät er. Als er dann tatsächlich in seinem prächtigen Kostüm steckte, wurde er dann aber doch etwas nervös. Gegen das Lampenfieber stand ihm Venetia Sabine zur Seite. „Was kann denn schon passieren?“, fragt die Mitarbeiterin des Hofladens. Kurz bevor es losging, auf dem Wagen mit Blick über die feiernden Menschen, legte sich die Nervosität dann aber schnell. Gemeinsam hatte das Prinzenpaar im Vorfeld bereits das Schunkeln und die Karnevalslieder geübt.

Neben dem Wagen von Sabine und Michael nahmen auch verschiedene Gruppen aus den Betrieben und Werkstätten der WfaA teil. Sie waren in Gruppen als Emojis, Wikinger, Blumenwiesen oder Radschläger verkleidet. Die Tierpfleger des kleinen Bauernhofs gingen als Einhörner und führten zwei echte Ziegen mit, was vor allem bei den anwesenden Kindern für Begeisterung sorgte. „Wir haben aber darauf geachtet, dass die Tiere in möglichst großem Abstand zur Musik gehen“, erklärt WfaA-Sprecherin Andrea Schmidt, die mit falschem Bart als Gartenzwerg den Zug begleitete. Die Ziegen seien durch den Kontakt mit Kindern die Unruhe gewöhnt. Auch eine Fußgruppe der KG „Gemeinsam Jeck“ war dabei, inklusive deren eigenes Prinzenpaar.

Entlang der Strecke hatten sich zahlreiche Kindergartengruppen und junge Familien eingefunden. Auch mehrere Wohngemeinschaften von Menschen mit geistiger Behinderung waren da und jubelten dem Prinzenpaar besonders laut zu.

Gemeinsam zog die närrische Prozession vom Haus Deichgarf zum Höfchen hinter dem Hofladen im Südpark. Dort gab es ein Fest mit Livemusik von der Band „Fischgesicht und Freunde“ sowie Kakao und Berliner aus der eigenen Bäckerei, vor deren Stand sich schnell eine Schlange bildete. Das Prinzenpaar und seine Gäste hatten Freude auf dem Fest, es wurde ausgiebig getanzt. „Die Berliner sind immer wieder ein Höhepunkt“, sagt Prinz Michael, der bereits viele Karnevalsfeiern im Südpark gemeinsam mit jungen und alten Menschen mit und ohne Behinderung gefeiert hat. Nach dem offiziellen Teil ging das Fest dann für die Mitarbeiter der WfaA in den einzelnen Betrieben weiter.