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Wersten: Verwaltungsgericht beschäftigt sich mit Gartenanlage Hügelstraße

Wersten : Verwaltungsgericht beschäftigt sich mit Gartenanlage Hügelstraße

Heute wird an der Bastionstraße über sechs Fälle verhandelt, in zwei Wochen stehen weitere sieben Verfahren an. Die Eigentümer von Gärten wehren sich gegen Abrissverfügungen der Bauaufsicht.

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht befasst sich am heutigen Donnerstag in sechs Verfahren sowie in sieben Fällen am Donnerstag in zwei Wochen (20. Februar) mit einer Art unerlaubten Kleingartenanlage, die sich in Wersten an der Hügelstraße befindet. Einige Besitzer der Grundstücksparzellen versuchen über den Klageweg eine Bauordnungsverfügung der Stadt anzufechten, mit der sie gezwungen werden sollen, auf ihren Parzellen gebaute Hütten sowie Einfriedungen zur Aufteilung und Abtrennung der Parzellen wieder abzureißen.

Rückblende: 2011 und 2012 kauften vor allem Düsseldorfer von der Firma "Deutsche Gartenland" eine Parzelle Grünfläche, um sich dort mitten in der Stadt den Traum vom eigenen Garten zu verwirklichen. Rund 50 Grundstücke wechselten als so genannte Eigentümergärten den Besitzer. Doch die Fläche war Anwohnern, der Stadtteilpolitik und dem Bauaufsichtsamt schnell ein Dorn im Auge: Es war vor allem von der Hügelstraße aus kein schöner Anblick. Vor allem weil einige neue Bewohner mit hohen Bretterzäunen ihre Gärten abschotteten, andere verdreckte Wohnwagen mit Vorzelt dort abstellten. Allerdings sahen nicht alle Gärten verboten aus, viele der Hobby-Gärtner hatten es sich auf ihrem eigenen grünen Fleckchen Erde auch nett gemacht.

Mitte November 2012 kamen Vertreter der Stadt, Politiker und Eigentümer zu einem gemeinsamen Gespräch vor Ort zusammen, um vielleicht doch noch eine gütliche Einigung zu finden. Doch letztlich kam es nicht dazu, und das Bauaufsichtsamt verschickte die Bescheide, dass abgerissen werden muss.

Der wohl immer noch gültige Bebauungsplan sieht auf dem Gelände Tennisplätze sowie eine Tennishalle vor. Beides entstand bereits vor vielen Jahren auf der anderen Straßenseite. Weil die Firma Henkel das Areal nicht mehr benötigte, wurde es verkauft. Doch der Bebauungsplan wurde nicht geändert und sieht damit — so die Argumentation der Stadtverwaltung — nicht die Nutzung als Kleingartenanlage vor. Das bringt mit sich, dass auf den Parzellen unter anderem keine Lauben gebaut werden dürfen, die eine Größe von 24 Quadratmetern überschreiten.

Am heutigen Donnerstag geht es im Verwaltungsgericht an der Bastionstraße, Raum 203, ab 9.30 Uhr Schlag auf Schlag. Ein Verfahren mit mehreren Beteiligten steht zuerst auf der Gerichtsrolle, ab 10.30 Uhr werden auf einen Schlag vier Verfahren verhandelt, das Fünfte folgt ab 11.30 Uhr, das Letzte für den heutigen Verhandlungstag um 12 Uhr. In zwei Wochen beginnt der Hügelstraßen-Marathon ebenfalls um 9.30 Uhr, das letzte Verfahren ist für 12.45 Uhr terminiert.

Bei Facebook wurde 2011 mit diesen schönen Worten für den "Gartenpark Hügelstraße" geworben: "Die Reservierung der Grundstücke mit Baurecht für Baumhaus, alles Mobile, zehn Quadratmeter Laube oder Gewächshaus nach Landesbauordnung beträgt 29 Euro pro Monat. Die Reservierung ab sofort mit preiswertem und langfristigem Verwaltervertrag — anstelle von Vereinsbindung und Verordnungswirrwarr!"

(RP)