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Wersten: Schneewittchen hilft den Gebrüdern Grimm

Wersten : Schneewittchen hilft den Gebrüdern Grimm

Die Gruppe "Märchenfieber" aus Wersten inszeniert in der Vorweihnachtszeit zum ersten Mal ein ganz eigenes Stück.

Nina Ebner schreibt seit einigen Jahren die Stücke für die Gruppe "Märchenfieber". Bislang wurden dafür Klassiker leicht verfremdet, und typische Märchenfiguren erlebten auch schon mal Skurriles. Diesmal stammt das Werk sogar komplett aus Ebners Feder, denn es handelt sich um ein ganz eigenes Stück: "Ich habe dafür ungefähr zweieinhalb Monate gebraucht", sagt sie.

Im Februar ging es los, dann wurde "Schneewittchen und Jacob" entwickelt. Ein Potpourri bekannter Märchenfiguren kommt darin vor, allerdings agieren diese ganz anders als erwartet. Schneewittchen sitzt von den Zwergen zurückgelassen mit zwei schrägen Mitbewohnern in ihrer Hütte. "Sie hadert mit ihrem Schicksal und hat wenig Lust auf ihren Alltag zwischen waschen und putzen", erzählt Karen Baum, die das frustrierte Schneewittchen spielt. Sie ist schon lange vom Märchenfieber angesteckt.

Zehn Personen wirken in der aktuellen Inszenierung mit. Eine Gruppe, die sich vor mehreren Jahren zusammenfand, um eine Weihnachtsfeier im Kindergarten zu gestalten. Seitdem beginnt das Märchenfieber in jedem Jahr aufs Neue. Die Proben sind für alle ein fester Freizeitbestandteil geworden. Anfang des Jahres besuchten einige der Laienschauspieler einen Workshop im Schauspielhaus. Schon vor den Sommerferien werden die Protagonisten nach dem aktuellen Stück und den Karten für die Vorstellungen gefragt. Schnell waren so die ersten Vorstellungen ausverkauft. Die Schauspieltruppe hat eine große Fangemeinde. Diesmal geben sie auch ein Gastspiel in Mönchengladbach. "Das ist für uns ganz neu, und wir sind sehr stolz darauf", sagt Nina Ebner.

Wie ihr Stück ankommt, kann sie dann als Frau Holle im Business-Kostüm selbst erleben. "Meine Familie hat das Märchenfieber natürlich mitentwickelt, und unsere ganze Gruppe hat es dann Stück für Stück verfeinert", sagt sie.

Lustige Szenen sind programmiert, wenn Jacob Grimm (gespielt von Iver Thomsen) sein Gedächtnis verliert und im Märchenland Ruhe finden will. Auch der zweite der Gebrüder Grimm kommt im Stück vor, ihn spielt Stephan Ehlen. Die Hilfe des Neuankömmlings ist Schneewittchen natürlich sehr willkommen, als die bösen Stiefschwestern (Marion Schröder und Heidi Reich) erscheinen und Ungeheuerliches fordern. Rumpelstilzchen (Anja Klein), Rotkäppchen (Marion Schröder) und der böse Wolf (Ernst Schaljo) sind mit von der Partie, wenn es mit viel Witz, Musik und Kostümen durch das Märchenland geht.

Auch diesmal sind die Bühnenbilder selbst gemacht. Agnieszka Lorenz hat viel Engagement in das Projekt gesteckt. Für alle Beteiligten ist das "Märchenfieber" immer ein großer Spaß, in das sie jede Menge Zeit investieren. Über 20 Probentermine sind im Jahresverlauf zu absolvieren. Die meisten Kinder der Darsteller sind inzwischen dem Kindergartenalter entwachsen. Ihre Eltern erfreuen sich weiterhin an der Theaterarbeit. "Wir wollen einfach mal raus", sagt Nina Ebner. Mit dem Erlös unterstützen die Darsteller den Förderverein der Gemeinschafts-Grundschule Rheindorfer Weg und die Kita der Evangelischen Kirchengemeinde.

Für die Aufführungen am 8. Dezember, 12 Uhr und 16 Uhr, im Stephanushaus an der Wiesdorfer Straße 13, gibt es noch Karten, pro Person drei Euro oder als Familie zehn Euro unter www.maerchenfieber.de.

(sime)