1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Wersten

Wersten: Polizist fotografiert die Falschparker

Wersten : Polizist fotografiert die Falschparker

Immer wieder versperren Eltern-Taxis morgens den Schulweg der Grundschüler am Rheinsdorfer Weg.

Um viertel vor acht ist Polizist Hans-Werner Both unterwegs in Richtung Grundschulen am Rheindorfer Weg. Mehrmals pro Woche ist er dort, stattet den Verkehrshelfern an den beiden Kreuzungen und vor der Schule einen kurzen Besuch ab. "Ohne sie, wäre es nicht möglich, dass ich auch hier vor der Schule kontrolliere", sagt er. Die Verkehrshelfer sorgen dafür, dass die Kinder beispielsweise sicher die Kölner Landstraße überqueren. Am Werstener Kreuz fehlen noch Helfer. Hier ist einer alleine im Einsatz: Ernst Aßmann.

Doch es sind nicht nur die verkehrsreichen Kreuzungen, von denen Gefahren auf dem Schulweg ausgehen. Brenzlig wird es direkt vor dem Schultor. Denn hier kämpfen gerade Eltern häufig rücksichtslos um Parkplätze. Sie liefern ihre Kinder gerne direkt am Eingang ab. Diese "Eltern-Taxis" bereiten auch dem Polizisten Sorge. "Sie versperren den anderen die Sicht, wenden plötzlich auf der Straße oder stellen sich ins Halteverbot", sagt Hans-Werner Both.

Er hat eine kleine Kamera dabei und fotografiert die Falschparker. Heute bekommen sie dann Post mit einer Verwarnung nach Hause. Früher hat er mit vielen gesprochen und an das Verständnis appelliert. Er kennt seine Pappenheimer, viele Eltern machen immer wieder die gleichen Fehler. "Dabei können sie auch einige Meter entfernt parken und die Kinder das letzte Stück zu Fuß bringen", sagt Hans-Werner Both. Er hat durchaus Verständnis für Eltern, die ihre Kinder auch aus anderen Stadtteilen zu den beiden Grundschulen am Rheindorfer Weg bringen. "Aber es gibt Möglichkeiten ringsherum kurz zu parken oder den Hol- und Bringstellplatz am Penny-Markt zu nutzen", sagt er. Dort wurde extra eine Zone eingerichtet, die Eltern zum Parken nutzen können.

Auch nachmittags herrsche häufig Chaos, denn dann wird es gegen 16 Uhr unübersichtlich, wenn Eltern ihre Kinder wieder mit dem Wagen abholen. Meist ist kurz die Auffahrt zum Radweg versperrt oder Fahrzeuge parken mal eben in der zweiten Reihe. Besonders viele "Eltern-Taxis" sind im Einsatz, wenn es regnet. Dann verschärft sich die Lage, weil die Sicht für alle schlechter wird.

Die Grundschüler freuen sich allerdings, wenn sie "ihren" Herrn Both morgens an der Schule treffen. Jeder kennt ihn, grüßt freundlich oder rennt kurz zu ihm. Der sympathische Herr in blauer Uniform ist für sie ein guter Bekannter, viele haben schon den Fußgängerführerschein im Kindergarten bei ihm absolviert. Auch das Radfahrtraining in der vierten Klasse ist Sache von Polizist Both und seinen Kollegen. "Wir stellen fest, dass viele Kinder dabei mittlerweile Schwierigkeiten haben", sagt er. Both, der seit vielen Jahren im Einsatz ist, beobachtet die Veränderungen: Wenn weniger Kinder den Schulweg zu Fuß und gemeinsam in Gruppen bewältigen, hapert es auch später. Doch viele Eltern folgen dem Rat der Schulen und Lehrer. Sie lassen die Kinder morgens laufen. Entlang des Schulwegs bilden sie Laufgruppen. Die meisten, die morgens gut gelüftet der Schule entgegen gehen, kommen dort fröhlich an, grüßen Polizist Both und gehen selbstbewusst zur Klasse.

Die Nachzügler hetzen meist knapp vor Schulbeginn schnell aus dem Auto. "Zum Glück haben die Eltern das Kind wenigstens gerade auf der richtigen Seite aussteigen lassen", stellt Hans-Werner Both fest, als wieder ein Fahrzeug schräg an der Haltestelle für den Schulbus steht.

(RP)