Stadtplanung in Düsseldorf-Wersten : Parkplätze statt Brachland

Die Politik berät über die Nutzung des Geländes. Ursprünglich sollte dort eine Flüchtlingsunterkunft entstehen.

Für das immer mehr verwildernde Grundstück an der Ecke Münchener Straße/Ickerswarder Straße gibt es einen neuen Nutzungsvorschlag – wenn auch nur vorübergehend. Die Stadt plant, dort einen Park-and-Ride-Platz anzulegen. In einer gemeinsamen Sitzung des Verkehrs- und des Umweltausschusses sowie dreier Bezirksvertretungen (1, 3 und 9) hat die Politik zur Verbesserung der Luftqualität unter anderem auch die Einrichtung des neuen Park-and-Ride-Platzes in Wersten vorgeschlagen.

Um mehr Pendler von der Straße auf den ÖPNV zu locken, sollen an den Einfallstraßen mehr Möglichkeiten geschaffen werden, Fahrzeuge zu parken und umzusteigen. Während man allerdings am Südpark, wo derzeit ein neues Parkhaus geplant wird, die Wahl zwischen mehreren Straßenbahnlinien hat, fällt die Auswahl an der Münchener Straße begrenzt aus.

Das könnte sich aber ändern, wenn der Parkplatz kommt: Zwei Buslinien sollen einen neuen Halt bekommen. Bislang rauscht der Schnellbus von Hellerhof zur Uni (SB 57) und der Metrobus M3 an der Kreuzung durch. Das könnte, so berichtet der Werstener Bezirkspolitiker und stellvertretende Bürgermeister im Stadtbezirk 9, Udo Skalnik, aber geändert werden. Geplant sind auf dem früheren Acker, der ursprünglich abgeräumt wurde, weil die Stadt dort eine Flüchtlingsunterkunft bauen wollte, 130 Stellplätze.

Allerdings soll der Parkplatz nicht auf Dauer bestehen bleiben, die Stadt spricht von einer zunächst provisorischen Nutzung des Geländes. Die Fläche ist laut Stadt mittelfristig auch als Schulstandort denkbar – Stadtdirektor Burkhard Hintzsche sieht dort Bedarf für eine weitere Grundschule. Außerdem könnte dort Wohnraum entstehen, der im Düsseldorfer Süden dringend gebraucht wird.

Daher soll, so der Plan der Stadt, die Brachfläche auch nicht mit Beton versiegelt werden, sollte hier ein Park-and-Ride-Platz entstehen. Hierdurch würden die Investitionskosten für die Herstellung und den eventuellen späteren Rückbau niedrig gehalten, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Amtes für Verkehrsmanagement.

Was genau mit der Brachfläche auf lange Sicht geschieht, müsse nun in den zuständigen Gremien diskutiert werden, berichtet Skalnik nach der gemeinsamen Sitzung. Die Anträge könnten – nach einer Standortprüfung wegen der Nähe zum Wasserwerk Flehe – bereits im Oktober eingebracht werden.

Die Schnellbuslinie SB57, die derzeit schon die Stadtteile Garath und Hellerhof mit der Uni verbindet, soll zum Wechsel des Winterfahrplans bis nach Langenfeld verlängert werden. Die Linie verkehrt montags bis freitags zwischen 7 und 19 Uhr. Die Metrobuslinie M3 fährt montags bis samstags zwischen Am Seestern und dem Reisholzer S-Bahnhof. Mit einem Halt an der Münchener Straße könnten so Pendler vermehrt dazu motiviert werden, mehr auf den ÖPNV zu setzen und so die Umwelt zu schonen.

In Richtung Süden gibt es eine Standspur, die von den Bussen genutzt werden kann; in Richtung Innenstadt soll die Haltestelle an die Abbiegespur verlegt werden.

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