Verkehrswende : Bezirkspolitiker streiten über neuen Parkplatz

Die Erweiterungsfläche des Stoffeler Friedhofs in Wersten könnte ein Park&Ride-Platz werden. Dort gibt es jedoch bereits einige Gräber.

Die Frage, ob man sich die südliche Erweiterungsfläche des Stoffeler Friedhofs als Parkraum vorstellen kann, hat bei der Sitzung der Bezirksvertretung 9 für hitzige Diskussionen gesorgt. Am Ende fand der Vorschlag dennoch eine breite Mehrheit unter den Stadtteilpolitikern.

Hintergrund ist die neue, verlängerte Umweltspur, die seit gestern auf Höhe des Südparks beginnt und in nördlicher Richtung in die Innenstadt führt. Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung regte an, die Stadtverwaltung prüfen zu lassen, ob in diesem Zusammenhang die Erweiterungsfläche des Stoffeler Friedhofs in Wersten zu einem Park&Ride-Platz umgewidmet werden kann.

Dort wäre dann Kapazitäten für etwa 130 Parkplätze vorhanden für Pendler, die über die Münchener Straße kommen. „Um die Verkehrswende zu schaffen, wird in der Stadt zwangsläufig mehr Parkraum benötigt“, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Udo Skalnik von der SPD. Zu schauen, welche zum größten Teil ungenutzten Flächen zu Parkplätzen umgewidmet werden können, sei „der richtige Weg“. Da immer mehr Menschen eine Urnenbestattung wählten, werde auf den Friedhöfen in Zukunft weniger Platz benötigt. 130 Parkplätze könnten auf der Erweiterungsfläche entstehen.

Auch Christoph Schork (FDP) sprach sich für die Idee aus: „Es muss unser Ziel sein, den Verkehr aus der Innenstadt herauszuhalten. Ein neuer Park&Ride-Platz im Süden könnte dazu beitragen und gleichzeitig den ÖPNV stärken“, so Schork.

Heftig kritisiert wurde der Vorschlag der SPD-Fraktion vom Bezirkspolitiker Ernst Welski, der für die Grünen in der BV sitzt. Er wies vor allem darauf hin, dass auf Teilen der Erweiterungsfläche bereits Grabstätten vorhanden sind. „Was soll mit denen passieren, wenn dort Autos parken?“, fragte Welski. Er warf seinen BV-Kollegen „Aktionismus“ vor und hält die Versiegelung weiterer Grünflächen in der Innenstadt nicht für sinnvoll. „P&R-Plätze sollten eher in den äußeren Bezirken eingerichtet werden, damit der Verkehr gar nicht erst ins Zentrum kommt“, forderte Welski. Noch besser, wenn auch schwer zu erreichen, sei es, den ÖPNV generell attraktiver zu machen und somit die Bürger zu bewegen, ihre Autos stehen zu lassen.

Während der Diskussion im Sitzungssaal des Benrather Rathauses trafen Welskis Einwände jedoch auf wenig Unterstützung. Udo Skalnik: „Wir erwarten neue Verkehrsströme im Süden, und es wird unsere Aufgabe sein, nach Freiflächen und potenziellem Parkraum zu suchen.“ Das Areal am Stoffeler Friedhof werde nicht das einzige Areal in den südlichen Stadtteilen sein, dass auf den Prüfstand gestellt werden müsse.

Auch CDU-Politiker Dirk Angerhausen blickte in die Zukunft: Im Süden gebe es eine starke Verkehrsbelastung, da zahlreiche Menschen aus den angrenzenden Gemeinden nach Düsseldorf pendelten und von der neuen Umweltspur betroffen seien. „Wir sollten unseren Teil dazu beitragen, dass die Verkehrswende in der ganzen Stadt vom Süden ausgeht“, rief Angerhausen die Bezirksvertretung auf.

Seit gestern läuft die Markierung der neuen Umweltspur an der Ausfahrt der A46 auf Höhe des Südparks, die in Richtung Innenstadt führen wird. Durch die Verengung der regulären Fahrbahn sind, darin sind sich die Bezirkspolitiker einig, vermehrt Staus auf den wichtigen Verkehrsadern zu erwarten. Daher könne ein Parkplatz nahe der betroffenen Ausfahrt für Beruhigung sorgen und zugleich Pendler motivieren, auf dem Weg in die Stadtmitte auf Bus und Bahn umzusteigen. Eine Anbindung ist über die Haltestellen Universität Nord und Südpark gegeben.

Bei der anschließenden Abstimmung sprachen sich die Vertreter des Stadtbezirks mit nur der Gegenstimme von Ernst Welski dafür aus, die Stadt die Umwidmung der Fläche am Stoffeler Friedhof prüfen zu lassen. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, ist noch nicht bekannt.

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