Düsseldorf-Süd: Erneuter Versuch für Temporeduzierung

Düsseldorf-Süd : Erneuter Versuch für Temporeduzierung

In der Bezirksvertretung 9 behandelte die Stadtteilpolitik viele interessante Themen für den Stadtbezirk. Unter anderem soll der Verkehrsausschuss eine Temporeduzierung auf der Werstener Straße beschließen.

Eine Menge an Themen stand am Freitagnachmittag auf der Tagesordnung der Bezirksvertetung 9. Hier die wichtigsten Entscheidungen im Überblick:

... eine Lärmreduzierung für die Werstener Anwohner.... Foto: Göttert/Endermann/K140

Temporeduzierung Werstener Straße: Die BV 9 bittet den Ordnungs- und Verkehrsauschuss (denn dieser ist zuständig), die Geschwindigkeit auf der Werstener Straße aus Lärmschutzgründen zu vereinheitlichen. Im Einzelnen soll stadtauswärts ab der Gabelung links zur A46 und rechts zur Kölner Landstraße die Geschwindigkeit von 80 auf 50 Stundenkilometer reduziert werden; stadtauswärts zwischen Universitätsstraße und Gabelung zur A 46 von 80 auf 60 Stundenkilometer. Dieser Beschluss fiel einstimmig.

....und die Unterstützung des Antrags aus Holthausen, den Kö-Pavillon auf den Kamper Acker zu holen. Foto: Göttert/Endermann/K140

Beim letzten Versuch im zuständigen Verkehrsausschuss das Tempo zu reduzieren - das war vor der Kommunalwahl -,, stimmte die damalige schwarz-gelbe Mehrheit einem entsprechenden rot-grünen Antrag nicht zu.

Kö-Pavillon auf dem Kamper Acker: Auch hier waren sich die Mitglieder einig und stimmten einem Antrag der SPD einstimmig zu. Inzwischen haben sich vier Vereine und Institutionen aus ganz Düsseldorf darum beworben, dass der gläserne Pavillon, der derzeit noch über den Ausbau der Wehrhahn-Linie informiert, zu ihnen kommt. Auf dem Kamper Acker könnte er als Stadtteilcafé sowie für Ausstellungen genutzt werden. Ebenfalls zugestimmt wurde einem Ergänzungsantrag der Grünen, der beinhaltet, dass an der Stelle des früher geplanten Kunst-Kubus-Standortes des Vereins K140 südlich des Spielplatzes eine adäquate Baumbepflanzung vorgenommen wird. Dem Verein fehlten bislang die Spender für eine Umsetzung der Kubus-Idee. Vorstellbar sei dort ein Nadelbaum, der dann jährlich als Weihnachtsbaum geschmückt werden könne, lautet der Vorschlag von Ernst Welski, Sprecher der Grünen-Fraktion.

Attraktivierung des Benrather Marktplatzes: Die SPD hat ihren Antrag, wie man den Markt in Benrath attraktiver gestalten kann, auf die Dezember-Sitzung (siehe Info-Kasten) geschoben. Der Hintergrund ist ein Treffen Ende der Woche zwischen den Mitgliedern der BV und Mitarbeitern des Amtes für Verbraucherschutz.

Hauptschule Itterstraße Umgestaltung: Das Gartenamt hat die BV darüber informiert, dass die Umgestaltung des Schulhofes mit dem Einbau der Sitzpodeste in der Woche ab dem 8. Dezember erfolgen soll.

Änderung der Düsseldorfer Straßenordnung: Ein entsprechender Antrag war interfraktionell gestellt worden. Hintergrund dieses Antrags ist, dass in der Vergangenheit mehrfach Senioren von einer Streife des städtischen Ordnungsdienstes von Sitzbänken auf dem Spielplatz Kamper Acker verscheucht worden waren.

Hintergrund ist, dass die Straßenordnung derzeit vorgibt, dass sich Erwachsene nur in Begleitung von Kindern auf Spielplätzen in Düsseldorf aufhalten dürfen. Auch SPD-Mitglied Wolfgang Retza begrüßte den Vorstoß, denn auch seine Schwiegereltern hatte der ODS unlängst schon mal von einer Sitzbank am Kamper Acker verscheucht: "Das ist ein unerträglicher Zustand." Er erwarte, dass ein OSD-Mitarbeiter mit Augenmaß vorgehe. Einig war man sich quer durch alle Fraktionen, dass man weiter fragwürdiges Klientel von Spielplätzen weghalten wolle. Die Straßenordnung in diesem Sinne neu zu formulieren, dürfe doch für hoch dotierte Verwaltungsmitarbeiter kein Problem sein, hieß es dazu in der Sitzung.

Schäden durch Orkan "Ela": Das Abarbeiten der Orkanschäden sei eine Aufgabe für die nächsten mindestens fünf Jahre, informierte Gartenamtsleiterin Doris Törkel in der Sitzung. Erfreuliches hatte sie aber auch zu berichten: Es hat sich ein Spender gefunden, der Geld geben will für den Ersatz der vom Sturm gefällten alten Blutbuche im Schlosspark. Törkel dankte in der Sitzung den Bürgern für die hohe Spendenbereitschaft für die Wiederaufforstung der Schlossweiher-Insel. Wie diese bepflanzt werden soll, soll ein Gutachten eines Fachbüros ergeben, das in Kürze vom Gartenamt beauftragt werden soll.

Sanierung des Lehrschwimmbeckens an der Karl-Tietenberg-Förderschule: Bereits seit längerem hatte die Bezirksvertretung sich für eine Reaktivierung des Schwimmbades in Hassels mit dem Lehrschwimmbecken stark gemacht und dafür sogar 127 000 Euro aus eigenen Mitteln quasi als Anschubfinanzierung bereitgestellt. Doch die Hoffnungen, die der CDU-Fraktionssprecher in der BV 9, Dirk Angerhausen, bis zuletzt noch hatte, sind nun endgültig zerplatzt. Sowohl die städtische Bädergesellschaft als auch der Landschaftsverband Rheinland als Eigentümer der Förderschule für Sehbehinderte haben nach einer nochmaligen Begehung des seit 2010 stillgelegten Bades am vergangenen Donnerstag unmissverständlich klargestellt, dass sie kein Geld in die Reaktivierung des Bades stecken wollen. Angerhausen: "Das ist sowohl für die Schüler der Karl-Tietenberg-Schule als auch für alle Hasselser Bürger eine traurige Entscheidung."

Renovierungsarbeiten an Grundschulen: Bereits Ende März hatte das Stadtteilparlament auf Antrag der CDU aus bezirksbezogenen Mitteln rund 465 000 Euro bereitgestellt, damit ein ganzer Schwung Klassenräume im Stadtbezirk gestrichen werden kann. Per Mail informierte das Amt für Gebäudemanagement die Politiker darüber, dass die Bauabteilung die Aufträge erhalten und mit der Planung der Maßnahmen begonnen habe - 31 Räume in elf Schulen sollen gestrichen werden. Mit der Umsetzung der Maßnahmen werde frühestens in den Osterferien begonnen.

In folgenden Schulen soll der Pinsel geschwungen werden: Lützenkirchener Straße (2 Räume), Garather Straße (2 Räume), Südallee (3 Räume), KGS und GGS Schillsstraße (4 Räume), KGS Erich-Müller-Straße (7 Räume), GGS Erich-Müller-Straße (4 Räume), Buchenstraße (2 Räume) und Am Köhnen (3 Räume).

Tiroler Weg: Per einstimmigem Beschluss bittet die BV 9 die Verwaltung, für den Tiroler Weg und den als Spielstraße ausgewiesenen Bereich der Angerstraße ein Konzept entsprechend der von SPD-Verkehrsminister Michael Groschek und Oberbürgermeister Thomas Geisel initiierten Kampagne "Mehr Freiraum für Kinder" zu entwickeln. Bis zur Realisierung des Konzeptes soll das illegale Parken im verkehrsberuhigten Bereich aus Sicht der Bezirkspolitiker geahndet werden. Damit aber dadurch kein zusätzlicher Parkdruck entsteht, soll die Verwaltung prüfen, ob nicht auf dem unbebauten Grundstück Werstener Dorfstraße/Tiroler Weg ein Parkplatz errichtet werden kann.

(RP)
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