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Düsseldorf-Wersten: Wasserspielplatz im Südpark saniert

Anlage soll an Bundesgartenschau erinnern : Ein neuer Spielplatz für den Düsseldorfer Südpark

Der Wasserspielplatz im Südpark ist eröffnet und orientiert sich an der Anlage aus Zeiten der Bundesgartenschau. Kritik kommt allerdings von Eltern, deren Kinder im Rollstuhl sitzen.

Für Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller war die Eröffnung des neuen Wasserspielplatzs im Werstener Südpark mehr als ein Routine-Termin. Denn der CDU-Politiker stammt selbst aus dem Stadtteil. „Beim Spazieren und Joggen bin ich regelmäßig an der Baustelle vorbei gekommen, und als meine Kinder noch klein waren, haben wir hier regelmäßig gespielt“, erzählt der Oberbürgermeister.

Rund 1,3 Millionen Euro hat die Stadt in den Spielplatz „Vor dem Deich“ investiert. Geplant wurde die Anlage mit einem internen Wettbewerb im städtischen Gartenamt. Zwei von drei Spielbereichen wurden gestern feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Da ist zum einen die Wasseranlage, die stark an die Vergangenheit des Spielplatzes erinnert. Der Spielplatz im Südpark entstand ursprünglich im Rahmen der Bundesgartenschau 1987. Er war damals als Energiespielplatz konzipiert und sollte den Kindern die Arbeit mit Wasser-, Wind- und Sonnenenergie nahe bringen.

Der südöstliche Teil wurde in seiner äußeren Gestaltung weitgehend beibehalten, alte Materialien so gut es geht wieder verbaut. „Nachhaltigkeit war für uns ein wichtiger Aspekt, wir haben nach Möglichkeit Elemente erhalten oder umgewidmet“, sagt Landschaftsarchitektin Ulrike Volmer vom Gartenamt. Weiterhin gibt es kunstvoll geschwungene Wasserrinnen, Pumpstationen, Fontänen und verschiedene Wege, über die die spielenden Kinder das Wasser leiten können.

 Stephan Keller und Helga Stulgies probierten das pumpenbetriebene Wasserspiel aus. Die Wasseranlage erinnert bewusst an die 1980er-Jahre.
Stephan Keller und Helga Stulgies probierten das pumpenbetriebene Wasserspiel aus. Die Wasseranlage erinnert bewusst an die 1980er-Jahre. Foto: RP/Dominik Schneider
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Vollkommen neu ist hingegen die Technik des Wasserspielplatzes. Hier wurde auf das Sparen von Energie geachtet: Alle Wasserläufe müssen von Hand aktiviert werden, wenn also gerade niemand spielt, wird auch kein Wasser verbraucht. Außerdem kann die Anlage beispielsweise bei schlechtem Wetter, wenn sie nicht gebraucht wird, oder auch nachts, abgestellt werden, um Wasser zu sparen. „Wir wollen, dass möglichst viele Elemente der 1980er-Jahre erhalten bleiben, gleichzeitig aber auch den neuesten Stand von Sicherheit und Umweltverträglichkeit gerecht werden“, sagt Gründezernentin Helga Stulgies bei der Eröffnung.

Vollkommen neu ist die in maritimem Blau-Weiß gehaltene Kletterlandschaft im Herzen des Spielplatzes. Dort sind ein Sandkasten, ein Rutschenturm und eine Kletteranlage mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden entstanden. Ergänzt werden sollen diese noch um Trampoline und eine fest installierte Slackline zum Balancieren. Als verbindendes Element zwischen der Wasser- und der Kletterlandschaft gibt es eine Matschanlage.

Noch im Bau befindet sich die Rollarena, die den früheren Floßteich ersetzen soll. Diese wird, wenn alles nach Plan läuft, noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Für die Fläche, auf der Kinder mit allen möglichen Mitteln fahren können – vom Bobbycar bis zu Inlineskates – hat die Stadt im Rahmen des Masterplans Spielplätze weitere 320.000 Euro eingeplant.

 Im Nordwesten des Spielplatzes wird im Laufe des Jahres eine Rollarena entstehen. Hier gab es früher einen Floßteich.
Im Nordwesten des Spielplatzes wird im Laufe des Jahres eine Rollarena entstehen. Hier gab es früher einen Floßteich. Foto: RP/Dominik Schneider

Doch bei der Eröffnung des Wasserspielplatzes gab es auch Kritik. Diese kam von Seiten von Eltern, die Kinder mit einer Behinderung haben. Denn die Anlage ist, wie auch der Vorgänger, über mehrere Ebenen verteilt, die nur zum Teil mit Rampen verbunden sind. Salihe Cürünay und Michaela Seider, die beide Söhne im Rollstuhl haben, engagieren sich für die Inklusion von Kindern mit Handycap und sind mit der neuen Anlage nicht zufrieden. „Es ist ein wirklich schöner Spielplatz, aber die Inklusion kommt hier zu kurz“, urteilt Seider. Die beiden Mütter haben dieses Thema schon im Planungsverfahren des Wasserspielplatzes angesprochen, die Umsetzung lässt jedoch zu wünschen übrig. Zwar gibt es eine Rampe zur Matschlandschaft hinauf, die Wasserspiele selbst sind jedoch nicht barrierefrei zugänglich, die noch aus den 1980er-Jahren stammenden Wasserläufe im Boden können für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Sehbehinderung zum Hindernis werden.

An dieser Stelle schlägt Cürüney beispielsweise kleine Brücken über die Kanäle vor. „Es kann keinen vollkommen inklusiven Spielplatz geben, aber hier hätte man mit wenig Einsatz mehr erreichen können“, so die Mutter zweier Söhne im Rollstuhl. Sie bedauert, dass die Stadt noch immer nur das nötigste tue, um Menschen mit Behinderung in den Alltag zu integrieren. Ulrike Volmer nahm die Anregungen der Mütter auf und kündigte an, sie bei weiteren Planungen für Düsseldorfs Spielplätze zu berücksichtigen.