Düsseldorf-Wersten: Tiersegnung zum Erntedank-Gottesdienst in St. Maria in den Benden

Düsseldorf-Wersten : Goldi und Hermes werden gesegnet

Beim Gottesdienst zum Erntedankfest in St. Maria in den Benden ging es um die Dankbarkeit und die Verantwortung für die Schöpfung. Mit dabei waren zahlreiche Tiere. Sie bekamen den göttlichen Segen.

Die Glocke von St. Maria in den Benden ruft die Gottesdienstbesucher in die Kirche. Zum Erntedankfestes sind an diesem Sonntagmorgen nicht nur Menschen, sondern auch Tiere eingeladen. Sie sollen während dieser Messe gesegnet werden. Es ist ein ungewohntes Bild, als viele Besucher mit einem Hund an der Leine oder einem Korb mit Kaninchen ins Gotteshaus strömen. Auch ich habe meine beiden kleinen Mischlingshunde Goldi und Hermes mitgebracht. Die beiden wurden aus der Tötungsstation auf Mallorca und von der spanischen Straße gerettet und können den göttlichen Segen sicher gebrauchen.

Die Kirche ist bereits ziemlich voll, als ich sie betrete. Schon kommt mir der Pastoralreferent Martin Kürble entgegen, der mir erklärt: „Wir feiern eine Familienmesse und im Anschluss können alle mit ihren tierischen Freunden nach vorne gehen und sie segnen lassen.“ Seit wann führt St. Maria in den Benden eine solche Tiersegnung durch, möchte ich wissen. „Wir machen das zum dritten Mal, immer zu Erntedank“, erklärt er. „Die Tiere sind unsere Freunde, sie sind ein Teil der Schöpfung.“ Sich über die Schöpfung zu freuen, sei gerade heute wichtig. Die Aussagen von Greta Thunberg sollten ernst genommen werden. „Wir müssen als Kirchen hier viel aktiver werden“, betont Martin Kürble. „Unsere Aufgabe ist es, Gottes gute Schöpfung zu bewahren.“  Dieses Anliegen ist ein wichtiger Bestandteil der Messe, in der es nicht nur um die Dankbarkeit für die Früchte, für Obst und Getreide geht, sondern genauso um die Verantwortung, die wir Menschen im Umgang mit allen Mitlebewesen und der gesamten Erde haben. Pfarrer Frank Heidkamp bringt es in einem Satz auf den Punkt: „Zu Erntedank gehören wir Menschen, die Pflanzen und Tiere, die Gott geschaffen hat.“ Um auch die Tiere zu begrüßen, gingen Frank Heidkamp, Martin Kürble und Diakon Frank Zielinski durch die Besucherreihen, wo sie auf Hunde, Kleintiere, Guppys und jede Menge Stofftiere trafen.

„Ich habe hier ein Huhn“, verkündet Zielinski. Das Federvieh lugt neugierig aus einer Kiste und sorgt während der Messe immer wieder durch vernehmliches Gackern für Heiterkeit bei den Besuchern. Goldi und Hermes beäugen neugierig die fremde Umgebung, schnüffelt vorbeigehenden Hunden hinterher und machten es sich schließlich auf meinem Schoß gemütlich, von wo sie Gebete, Lesungen und Gesang interessiert verfolgen. Kinder bringen die Erntedankfrüchte zum Altar. Nun sind wirklich alle Wesen der Schöpfung unter einem Dach versammelt – Menschen, Tiere und Pflanzen.

Es ist eine schöne Atmosphäre, ein Gefühl von Ganzsein, von einer Gemeinschaft, die über die menschliche hinausgeht. Dann ist es soweit. Alle Besucher, die Tiere mitgebracht hatten, werden eingeladen, zum Altar zu kommen. Ich nehme meine beiden Freunde auf die Arme und reihe mich ein. Schließlich wendet sich Frank Zielinski uns zu. Goldi und Hermes erhalten den göttlichen Segen und danken dem Diakon mit einem freundlichen Winseln.

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