Düsseldorf-Wersten: SPD will Stadt Tempo 30 auf Kölner Landstraße prüfen lassen

Düsseldorf-Wersten : SPD will Tempo 30 auf Kölner Landstraße

Es geht um ein 800 Meter langes Stück zwischen Kampstraße und Werstener Feld. Das Thema steht auf der Tagesordnung der BV.

Auf drei Düsseldorfer Hauptverkehrsstraßen gilt schon Tempo 30: Begrenzt auf die Schulzeiten vor den Grundschulen an der Prinz-Georg-Straße und Lindemannstraße und sowie zeitlich unbegrenzt vor dem Seniorenheim Am Schönenkamp. Was zunächst als Versuch lief, ist nun zum Dauerzustand geworden. Die Tempodrosselung soll der Sicherheit der Schulkinder und der Senioren dienen.

Die Werstener SPD denkt nun noch ein bisschen weiter: Für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung 9 am 13. September stellt die  Fraktion einen Antrag an die Verwaltung: Diese soll prüfen, ob die Einrichtung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Kölner Landstraße zwischen der Kampstraße und dem Werstener Feld auf 30 Stundenkilometer eingerichtet werden kann. Udo Skalnik, stellvertretender Bezirksbürgermeister, versichert, dass die Verwaltung mit diesem Antrag zunächst einmal nur aufgefordert werden soll, Vor- und Nachteile einer Tempodrosselung aufzuzeigen. Er habe sich von den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins überzeugen lassen, dass es gut wäre, wenn die Stadt das Anliegen einmal vorbehaltlos checkt, sagte Skalnik im Gespräch mit unserer Redaktion.

Auch auf diese Teilstück geht es um das Thema Sicherheit. Hintergrund der Anfrage: Die rund 800 Meter Kölner Landstraße sind Einzugsbereich der beiden Grundschulen am Rheindorfer Weg sowie des DRK-Seniorenheimes. In den vergangenen Monaten habe es dort mehrere Unfälle gegeben, zuletzt wurde am Nachmittag des 13. August in Höhe des Seniorenheimes eine Radfahrerin schwer verletzt.

In ihrem Prüfauftrag spricht die SPD-Fraktion davon, dass entsprechend zur Kölner Straße die Möglichkeit geprüft werden soll, Fahrbahnüberquerung für Fußgänger zu schaffen. Die Genossen haben ausgerechnet, dass die Tempodrosselung von 50 auf 30 die Fahrzeit der Stadtbahnen zwischen den beiden Haltestellen lediglich um 20 Sekunden verlängern soll. Gemessen haben die Sozialdemokraten auch das Tempo der Stadtbahnen auf diesem Teilstück: Es werden nicht mehr als kurzzeitig 35 km/h erreicht, heißt es. „Es würde nämlich keinen Sinn machen, wenn wir durch eine solche Maßnahme den ÖPNV verlangsamten“, erläutert Skalnik. Ein weiteres Ziel der Tempo-Verlansamung sei die Aufwertung des Einzelhandels, da „sich in diesem Straßenabschnitt eine hohe Konzentration von Einzelhandelsgeschäften befindet.“ Damit der Prüfantrag in der BV 9 durchgeht, benötigt die SPD allerdings Unterstützung der anderen Fraktionen.

Das Bundesumweltamt hat im Januar 2017 eine Publikation zum Thema Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen veröffentlicht. Als Fazit heißt es dort: „Tempo 30 verbessert überwiegend Umweltqualität, Sicherheit und Verkehrsfluss. Anwohner nehmen die Entlastung wahr.“ Zudem konstatiert das Ministerium: „Eine Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit hat in den meisten Fällen keinen nennenswerten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit einer Hauptverkehrsstraße für den Kfz-Verkehr. Andere Faktoren wie die Qualität der Lichtsignalprogramme, die Anzahl querender Fußgänger oder Bushalte, Parkvorgänge oder Halten in zweiter Reihe haben in der Regel einen größeren Einfluss. Die Funktion einer innerstädtischen Hauptverkehrsstraße für den Kfz-Verkehr wird daher durch Tempo 30 nicht oder nicht nennenswert beeinträchtigt.“ In der Praxis seien bei Messfahrten Reisezeitverluste an Tempo-30-Strecken von Null bis vier Sekunden je 100 Meter festgestellt worden. Dies sei auch bei längeren Abschnitten oder einer Aneinanderreihung von mehreren Regelungen volkswirtschaftlich kaum relevant. Wichtiger für die subjektive Wahrnehmung und damit die Akzeptanz von Tempo 30 ist laut dieser Studie die Homogenität des Verkehrsflusses.

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