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Düsseldorf-Wersten: Ein Neubau für Feuerwehr und Gartenamt

Ehemaliges Henkel-Grundstück an der Werstener Friedhofstraße : Ein Neubau für Feuerwehr und Gartenamt

In der Bezirksvertretung 9 geht es kommende Woche Freitag um die Bauvoranfrage. Interessierte informierten sich Dienstag digital. Der Kombi-Bau soll um die 34 Millionen Euro kosten. Einziehen könnten Feuerwehr und Gartenamt voraussichtlich im Herbst 2024.

Wenn es brennt, kommt es auf jede Minute an. Auch in Düsseldorf können sich alle Einwohner sicher sein, dass die Feuerwehrleute so schnell wie möglich da sind und ihren Job tun – Menschenleben retten. Ist es da nicht selbstverständlich, dass die Retter selber einen sicheren Arbeitsplatz haben? Das haben sie in der Werstener Wache nämlich nicht. Sie wurde 1961 in Betrieb genommen und seitdem wurde in den Unterhalt des Gebäudes kaum Geld gesteckt. Es gibt Brandschutzmängel, Pfützen im Keller, Schnee auf dem Dachboden. Kurzum: „Der Standort ist nicht mehr geeignet, um den Betrieb zu gewährleisten“, sagt David von der Lieth, seit Oktober 2018 Chef der Düsseldorfer Feuerwehr.

Darum plant die Stadt inzwischen schon seit 2009, die Feuer- und Rettungswache 7 neu zu bauen. Deren Mitarbeiter wachen über 60.000 Düsseldorfer. Bei der Auswahl eines geeigneten Grundstücks fiel etwa das an der Münchener Straße/Ickerswarder Straße weg. Von dort aus hätte die Feuerwehr es nicht geschafft, ihre Einsatzorte in den geforderten acht Minuten zu erreichen.

So verfiel man auf ein Henkel-Grundstück an der Werstener Friedhofstraße, das das Unternehmen als Versuchsgärtnerei nutzte und nun in einem Tauschhandel an die Stadt übergab. Dieses Areal ist für den Bau einer Wache allerdings zu groß, sodass die Stadt nun gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will. Neben die Feuerwehr soll das Gartenamt mit einem zentralen Betriebshof für den Düsseldorfer Süden. Vier Standorte mit derzeit rund 110 Beschäftigten (Werstener Friedhof, Kelheimer Straße, Urdenbacher Allee und Am Kappeler Feld) könnten dafür aufgegeben werden. Baubeginn ist frühestens für das erste Quartal 2023 vorgesehen, Bauende im dritten Quartal 2024. Die geschätzten Kosten betragen rund 34 Millionen Euro.

Bereits in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 9 am 19. Juni soll über die Bauvoranfrage abgestimmt werden. Der Stadtrat soll bis Jahresende grünes Licht geben, der Planungs- und Finanzierungsbeschluss im 2. Quartal 2022 erfolgen. Ein öffentliches Beteiligungsverfahren wird es bei dem Projekt nicht geben. Bürger können aber über die verschiedensten im Verfahren involvierten Ämter sowie über die Bezirksvertretung am Verfahren dranbleiben.

Um Anwohner und weitere Interessierte über die mit Verspätung vorliegende Vorstudie zu informieren, hatte die Stadt am Dienstagabend zu einer digitalen Informationsveranstaltung eingeladen. Rund 55 Nutzer verfolgten diese an ihren Geräten und konnten sich mit Fragen live einschalten oder sie per Chat stellen. Die Amtsleiter der zuständigen Ämter (David von der Lieth, Feuerwehr; Doris Törkel, Gartenamt und Doreen Kerler, Amt für Gebäudemanagement) sowie Mitarbeiter des Straßenverkehrs- und des Planungsamtes stellten das Projekt vor und gaben Antworten. Da viele Verfolger des Livestreams Anwohner waren, ging es um die zu erwartende Lärmbelastung. Um diese so gering wie möglich zu halten, werden die Gebäude für die beiden städtischen Ämter so ineinander verschachtelt, dass es für beide einen Innenhof gibt, in dem sich künftig vieles abspielen soll. Zudem schirmen die Außenwände die Wohnhäuser ab.

Feuerwehrchef von der Lieth wies darauf hin, dass für den Einsatz der Martinshörner die Fahrer eigenverantwortlich zuständig seien. Diese seien natürlich sensibilisiert. Immerhin gebe es ja auch in Oberkassel und Gerresheim Wachen, die mitten in der Wohnbebauung seien. „Signale nutzen wir vor allem dann, wenn die Straßen voll sind. Nachts um vier macht das selten Sinn.“ Zwölf Einsatzfahrzeuge können in der geplanten Halle nebeneinander stehen, zu ihren Einsätzen werden sie über die Werstener Friedhofstraße fahren, wo auch die Zu- und Abfahrt erfolgt. Für das Kombi-Projekt müssen 134 Bäume weichen, die unter die Baumschutzsatzung fallen, 30 können verpflanzt, 86 jedoch müssen gefällt werden. Die Ersatzpflanzungen sollen alle im Umfeld erfolgen. Nur 18 Bäume können auf dem Areal erhalten bleiben.

Noch nicht in der Tiefe in der vorliegenden Vorstufe beleuchtet ist die Parksituation für die Beschäftigten. Bislang ist angedacht, diese auf der Parkfläche auf der genau gegenüberliegenden Seite der Werstener Friedhofstraße unterzubringen.