Ein Kennlern-Picknick in der Spiegelglas- und Halbuschsiedlung Siedlung feiert großes Fest für Nachbarn

Wersten · Die Anwohner der Spiegelglas- und Halbuschsiedlung hatten zum großes Nachbarschaftstreffen mit Picknick und Musik eingeladen. Die Besucher freuten sich über den Austausch auf dem Spielplatzgelände.

Das Fanfarencorps Wersten spielte beim Nachbarschaftstreffen.

Das Fanfarencorps Wersten spielte beim Nachbarschaftstreffen.

Foto: Simone Meier

Die ersten Kuchenstücke liegen auf den mitgebrachten Tellern, an den Biertischen nehmen Jung und Alt nebeneinander Platz und schenken sich gegenseitig Kaffee und Getränke ein. Jemand bringt frische Waffeln mit, die ersten Salate werden auf das Buffet gestellt. Durch die Straßen erklingen die ersten Melodien des Regiments Fanfarencorps Düsseldorf Wersten 1964, der zum ersten Nachbarschaftstreffen aufspielte. Beim Einmarsch auf das Spielplatzgelände klatschen die Besucher eifrig mit.

Sieben Grills stehen da schon für den möglichen Einsatz beim Picknick der Spiegelglas- und Halbuschsiedlung bereit. „Es ist eine Gelegenheit für Menschen, die hier auch neu wohnen, sich kennenzulernen“, sagt Familie Dünschmann. Claudia Riemann wohnt schon seit 33 Jahren in der Siedlung: „Ganz am Anfang gab es auch schon mal das Burgenlandfest früher“, sagt sie. „Das jetzt wieder was stattfindet, ist einfach eine schöne Sache.“

Ein kleines Aktionsteam hat das Nachbarschaftstreffen auf dem Spielplatzgelände kurzerhand organisiert. Karl Hahne und Thorsten Schade freuen sich über rund 100 Interessierte, die kommen wollen. „In den Coronajahren entwickelte sich der Gedanke hier einen eigenen Martinszug zu organisieren, für den auch Martinstüten bestellt und vom St. Martin an die Kinder an den Haustüren verteilt wurden“, sagt Karl Hahne. Nach dem Ende der Corona-Einschränkungen konnte im letzten Jahr auch ein Martinsumzug mit Mantelteilung unter überwältigender Teilnahme durchgeführt werden. „Um dieses Nachbarschafts-Gefühl weiter zu pflegen und zu stärken wurde die Idee geboren, künftig ein gemeinsames Nachbarschaftsfest zu veranstalten“, sagt er.

„Ich kenne die Nachbarn zwei Häuser weiter und dann hört es auch schon auf“, sagt Thorsten Schade. „Das geht halt vielen hier so und jetzt geht es darum, alle mal zusammen zu bringen“, erklärt er. Ein Plan, der am Samstagnachmittag erste Formen annahm. Nach und nach trudelten die Gäste aus der Nachbarschaft ein: Mit Stühlen, Picknickzubehör und selbstgemachten Leckereien. Für die vielen Kinder gab es Straßenkreide zum Malen, Pedalos und Roller zum Fahren, Bälle und natürlich das Spielplatzgelände sowie eine Ballwurfwand. An Feuerschalen wurde gemeinsam Stockbrot gebacken.

Unter den großen Bäumen lernten sich die Nachbarn kennen, die sich sonst nur mal kurz im Vorbeigehen grüßen. „Hier ist auch gerade eine Generationenwandel“, sagt Thorsten Schade. Familie Zimmermann wohnt direkt am Spielplatz: „Das Fest ist total schön, weil man hier Leute trifft, die man aus der Siedlung gar nicht kennt“, sagen sie. „Wir gehen jetzt mal rum und fragen, wo die anderen so wohnen.“ Schon im Einladungsflyer hatte das Aktionsteam auch etwas über die Siedlung informiert. Darin hieß es: „Die Spiegelglassiedlung wurde im Zusammenhang mit der von Hermann Heye 1912 gegründeten Spiegelglas Reisholz AG als geschlossenes Gebäudeensemble gebaut und von den Werksangehörigen bewohnt. Der Alice-Heye-Platz wurde 1939 nach Alice Heye, geb. Trinkhaus und Gattin von Hermann Heye, benannt. Die Bebauung am Burgenlandweg, Hermannstadtstraße und Siebenbürgenweg erfolgte in den 30er-Jahren vorwiegend als Ein- und Zweifamilienhäuser durch Privatpersonen. Die Grundstücke waren so groß, dass die gärtnerischen Erträge die Familie ernähren sollten. Die Haltung von Hühnern, Kaninchen, Gänsen, ja sogar Schweinen und Hausschlachtung war obligatorisch.“

Nachdem im vorigen Jahr drei Familien spontan eine kleine Feier in einer Garageneinfahrt feierten, freuen sich alle, dass das Fest jetzt größer wurde: „Damals haben manche bei der Durchfahrt ein gegrilltes Würstchen mitgenommen und gesagt, dass wir ihnen beim nächsten Mal Bescheid sagen sollen“, sagt Barbara Richter. Bis in die Abendstunden gab es Gelegenheit, einander kennenzulernen und zusammen zu feiern. „Unser Veranstaltungskonzept mit Picknick und separater Grillzone ist sehr gut angekommen. Wer zu wenig zu essen oder zu trinken mitgebracht hatte musste noch einmal kurz nach Hause laufen oder wurde einfach von den Nachbarn mitversorgt“, zieht Karl Hahne Bilanz.