Düsseldorf: Neue Kita entsteht am Dechenweg neben Anlage des SV Wersten

Düsseldorf-Wersten : Neue Kita auf Gelände des SV Wersten

Am Dechenweg ist neben der Bezirkssportanlage der Bau einer neuen Kita geplant. 120 Kinder sollen dort in sechs Gruppen betreut werden. Der Verein denkt über eine Kooperation nach.

Die Funktionäre des SV Wersten waren zunächst skeptisch gegenüber der geplanten Kita, die direkt neben dem Gelände ihres Sportvereins am Dechenweg entstehen soll. Inzwischen wurden die Bedenken jedoch zerstreut – der Sportverein hofft sogar, von der neuen Nachbarschaft profitieren zu können.

Plätze in Kindertagesstätten sind Mangelware, nicht nur, aber auch im Düsseldorfer Süden. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, versucht die Stadt, neue Angebote zu schaffen. Die Einrichtung, die in Wersten geplant ist, soll Platz für 120 Kinder in sechs Gruppen schaffen. In ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Stadtteilpolitiker der Bezirksvertretung 9 für den Entwurf des Bauaufsichtsamtes und gaben damit das Okay für die Umsetzung des Projektes.

Momentan steht auf dem Gelände, dass zum Teil der Stadt, zum Teil dem SV Wersten gehört, ein kleines Wäldchen, das unmittelbar an den roten Ascheplatz und die Gärten der Wohnhäuser an der Ickerswarder Straße grenzt. Das Grün muss nun der Kita weichen, allerdings ist nur ein satzungsgeschützter Baum betroffen. Die Stadt plant außerdem zusätzliche Ersatzpflanzungen, des Weiteren soll das Dach der Kindertagesstätte begrünt werden. Betrieben wird die neue Kita nach ihrer Fertigstellung vom Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk EJF, das bereits für die Tagesstätte an der Hügelstraße verantwortlich ist.

Lange offen war die Frage nach der Erschließung des Geländes. Der SV Wersten hatte die Befürchtung, dass die Kinder und Angestellten die Kita über das Vereinsgelände erreichen sollten; die Stadt habe erst spät im Planungsverlauf das Gespräch mit dem Verein gesucht, heißt es vom SV. „Ein Zuweg über unsere Anlage wäre natürlich problematisch gewesen“, sagt SV-Vorstandsmitglied Dirk Grüters. Dies hätte nämlich bedeutet, dass das Vereinsgelände tagsüber, auch wenn dort kein Training stattfindet, offen sein müsste. Nun wurde dem Verein jedoch im Gespräch mit dem Jugendamt versichert: Die Kinder erreichen die neue Kita vom Parkplatz aus, der nördlich des Vereinsgeländes liegt. Von dort soll ein etwa 200 Meter langer Fußweg zum Eingang führen. Befahren werden darf dieser Weg lediglich von Rettungsdiensten und – zu mit dem Verein abgestimmten Zeiten – vom Lieferverkehr für die Kita. „Damit können wir leben“, sagt Grüters. Auch für die Bezirkspolitiker war eine Bedingung ihrer Zustimmung, dass Vereinssport und Kindertagesstätte sich nicht gegenseitig stören.

Dirk Grüters warnt jedoch: Auch während des Baus könne es zur Einschränkung des Trainingsbetriebs kommen – und im schlimmsten Fall sogar zur Gefährdung der Kinder des SV Wersten. „Wir hätten uns gefreut, schon in die Planung involviert zu werden“, sagt Grüters. Wenn alle Zusagen eingehalten würden, stehe einem reibungslosen Nebeneinander von Verein und Kita aber nichts im Wege.

Im Gegenteil, es kann sogar zu einem gegenseitigen Nutzen kommen. „Eine Kooperation ist angedacht“, bestätigt Grüters. Konkrete Pläne gebe es zwar noch nicht, aber gemeinsame Aktionen seien durchaus denkbar. „Unsere Jüngsten beginnen mit dreieinhalb Jahren mit dem Fußball, da könnten die Kita-Kinder schon eine Zielgruppe für uns sein.“ Dies sei aber noch „Zukunftsmusik“. Eine ähnliche Kooperation gibt es zwischen der Kita Am Wald und der SG Benrath-Hassels; dort profitieren beide Seiten von der direkten Nachbarschaft.

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