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Düsseldorf: In Wersten gibt es gleich drei St. Martins

Weckmänner und Martinsüberraschungen : In Wersten gibt es gleich drei St. Martins

Die drei Werstener Martinszüge gehen mit Musik aber wegen Corona ohne Gesang. Alle drei Martinsdarsteller kommen hoch zu Ross zur Mantelteilung am Martinsfeuer.

Aller guten Dinge sind drei. In Wersten heißt das: Am Freitag, 5. November, starten ab 17 Uhr drei Martinszüge im Stadtteil. Eine logistische Meisterleistung mit drei Martinsfeuern, drei Pferden, drei Martins-Darstellern und drei armen Männern. Straßen müssen gesperrt und Abstände eingehalten werden. „Wir haben wegen Corona keine Tütenausgabe, aber für 1500 Kinder in den Werstener Schulen und Kindergärten wird es Weckmänner und eine kleine Martinsüberraschung von uns geben“, sagt Detlef Diesing, Vorsitzender der Martinsfreunde in Wersten.

Auch die im vergangenen Jahr sehr positiv aufgenommene Laternenausstellung in den Werstener Geschäften wird wieder stattfinden und sogar noch ausgebaut. „Da sind dann nun auch das DRK-Seniorenheim und die Stadtteilbücherei dabei“, so Detlef Diesing.

Nachdem die richtigen Martinszüge coronabedingt 2020 ausfielen und nur Online-Übertragungen stattfanden, ist die Freude bei allen Beteiligten groß, dass es in diesem Jahr wieder losgehen kann. Für die drei Personen, die jeweils den St. Martin mimen, ist es immer ein ganz besonderes Erlebnis, hoch zu Ross, in die glücklichen Kinderaugen zu schauen. „Das ist immer sehr schön, ich mache es schon einige Jahre“, sagt Norbert Schöllgen, der den St. Martin beim Zug Auf’m Rott mimt. „Ich reite einen Tag vorher auch in die Kirche St. Maria Rosenkranz ein, beim dortigen Kita St-Martinsfest“, sagt er. Dem Martinsfest fühlt sich auch Ines Gierlasinski sehr verbunden. Sie ist der St. Martin beim Zug in der Grünen Siedlung und reist dafür extra aus dem Norden Deutschlands an. Seit fünf Jahren wohnt sie nämlich  in Niedersachsen. „Es ist beeindruckend, einen so tollen Zug anzuführen und das Leuchten nicht nur der Laternen, sondern auch in den Augen der Kinder zu sehen“, sagt sie. Früher ritt sie immer mit ihrem eigenen Pferd, jetzt ist es ein Leihpferd. „Die Martinsleute sind auch wie eine große Familie und es macht großen Spaß, ein Teil davon zu sein“, sagt sie.

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Auch bei Familie Hahne ist St. Martin eine Familienangelegenheit. Tochter Karolin Hahne ist beim kleinen Zug in der Halbusch-Siedlung mit dem neunjährigen Pferd Daila als St. Martin unterwegs. Bei den großen Zügen am 5. November ist sie als Ordnerin im Einsatz. Sie hat Tipps für Eltern und Kinder: „Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Kinder mit ihren Laternen nicht zu nah ans Pferd herangehen und sich vor allem dem Tier nicht von hinten nähern“, sagt sie.

Ihr gefällt es sehr, das Brauchtum so zu pflegen. „Es ist schön, den Menschen eine Freude zu bereiten.“ Ihr Vater, Karl Hahne, stellt den St. Martin beim Zug in Wersten Zentral dar. „Ich bin da eigentlich nur der Ersatz“, sagt er. Viele Jahrzehnte spielte diesen St. Martin Klemens Hänsdiecke, dieses Jahr muss dieser aussetzen. „Ich bin aber auch schon in Vennhausen als St. Martin geritten“, sagt Karl Hahne.

Wenn die Kinder von ihren Familien begleitet mit Laternen zu den Martinszügen gehen, wird in diesem Jahr doch einiges anders sein. „Für die Mantelteilung sollte man eine Maske dabei haben. Während des Zuges müssen wir außerdem Abstände einhalten “, sagt Detlef Diesing. Darauf achten die Zugordner und werden bei Bedarf auch auf die Regelungen hinweisen. Auf das Singen müssen Groß und Klein in diesem Jahr noch verzichten. Auch Gripschen ist nicht erwünscht, um niemand zu gefährden. Alle Züge werden aber von Musikkapellen begleitet.

Die Haussammlung für die Martinsfreunde entfällt in diesem Jahr ebenfalls. „Wir hatten im vergangenen Jahr weniger Ausgaben, so dass wir in diesem Jahr darauf verzichten konnten. Wir bekommen zudem auch Unterstützung durch die Bezirksvertretung“, sagt Detlef Diesing von den Martinsfreunden Wersten. Ob die Züge tatsächlich stattfinden werden, können die Organisatoren Stand heute aber nicht versprechen. Sollte sich das Corona-Geschehen verändern, müssen sie sich nach den dann gültigen Regeln richten.