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Düsseldorf: Ein Stück Motor für die deutsch-französische Freundschaft

Franzosen und Deutsche erinnern sich gemeinsam : Ein Stück Motor für die deutsch-französische Freundschaft

Der Fund eines Flugzeugmotors förderte 2019 eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg zutage. Nun soll in Wersten 2022 ein Denkmal entstehen, das der Heimatverein Werstener Jonges pflegen will.

77 Jahre ist es her, dass an Heiligabend 1944 ein Kampfflieger der Alliierten über Wersten abgeschossen wurde. Bald soll ein Denkmal an die Ereignisse erinnern, bei dem zwei Franzosen der siebenköpfigen Crew überlebten, als Zeichen der Völkerfreundschaft zwischen den einst verfeindeten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Den aktuellen Stand der Planung begleitet Detlef Diesing von den Werstener Jonges. „Die von uns bereits unterzeichneten Verträge liegen nun bei der Stadt“, sagt er. Auch um die Versicherung will sich der Heimatverein kümmern. Sobald auch von Seiten der Stadt alles genehmigt ist, kann der Flugzeugmotor dann unter einer Glashaube präsentiert werden. Er wurde bei Bauarbeiten im Februar 2019 gefunden. Zukünftig soll ein QR-Code auf einer Stahlstehle vor dem Denkmal auf die Webseite der Werstener Jonges führen, wo die ganze Geschichte des Absturzes erklärt wird.

Ralph Zumkier kennt die Ereignisse aus Erzählungen seines mittlerweile verstorbenen Vaters, der damals 15 Jahre alt war und den Abschuss des Flugzeugs sah. „Er ist Zeit seines Lebens davon ausgegangen, dass der Pilot der Maschine nicht nur seinen Kameraden den Absprung mit dem Fallschirm ermöglichen wollte, sondern kurz vor dem Aufprall auch das Leben einer deutschen Familie, die er gesehen hat“, sagt er. „Wenige hundert Meter entfernt ist die Maschine dann am Brückerbach aufgeschlagen“, berichtete ihm der Vater.

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Die Französin Geneviève Monneris, deren Vater den Absturz überlebte, dokumentierte 2007 im Film „De Lourds Souvenirs“ (Schwere Erinnerungen) die Werstener Ereignisse. Vor zwei Jahren besuchte sie erstmals Düsseldorf und die Absturzstelle. Die Familie Baum aus Wersten hatte sie eingeladen; bei ihr steht der Motor derzeit noch im Garten. Die Erinnerungen eines weiteren Zeitzeugen sind für Geneviève Monneris ein neues Puzzlestück der historischen Ereignisse. „Als ich zurück in Frankreich war, dachte ich oft über diesen Ort nach und ob es Zufall war oder ob der Pilot versucht hatte, den Fluss zu erreichen, um kein Haus in der Nachbarschaft zu treffen“, sagt sie.

Nach dem Fund des Motors entwickelte sich eine deutsch-französische Freundschaft der Nachfahren. Nach dem Besuch der Französin in Wersten ging es Ende Oktober für Uwe Baum und seinen Vater Werner, der den Absturz als Kind erlebte, nach Bordeaux. „Wir waren eingeladen und hatten ein kleines Teil des Motors im Gepäck, das dort jetzt ausgestellt wird“, sagt Uwe Baum. Das Motorteil ist nun auf dem Militärflugplatz Merignac. Für die Französin Geneviève Monneris war der Besuch aus Deutschland ein großes Ereignis. „Wir sind glücklich, dass wir die Geschichte des Motors und der Crew sichern und an beiden Orten weitergeben können“, sagt sie.