Wersten: Drei Jahre Haft für Juwelenräuber von Wersten

Wersten: Drei Jahre Haft für Juwelenräuber von Wersten

Für drei Jahre hat das Amtsgericht gestern einen 20-jährigen Juwelenräuber ins Jugendgefängnis geschickt. Maskiert und bewaffnet hatte er bei einem Überfall zusammen mit einem Komplizen kurz vor Weihnachten 2017 in einem alteingesessenen Schmuckgeschäft an der Kölner Landstraße zwei Ketten für rund 700 Euro erbeutet. Das hat der Angeklagte im Strafprozess kleinlaut zugegeben. Nachdem er 2017 wegen anderer Straftaten bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und aus der U-Haft freigelassen worden war, habe er bei diesem Kumpan einen Unterschlupf gefunden.

Der Freund habe ihn nicht nur bei sich schlafen lassen, sondern ihm auch Essen und Kokain spendiert. Als der Kumpan dann Geld brauchte - weil er bei Dealern in der Kreide stand - und den Raubzug bei jenem Juwelier plante, habe er den Angeklagten "um Hilfe gebeten". Als eine Art "Freundschaftsdienst" habe der Angeklagte sich verpflichtet gefühlt, sich für die Unterstützung zu revanchieren. Maskiert sowie bewaffnet mit einer Gaspistole, war das Duo abends in das Geschäft gestürmt, hatte vor den Augen der eingeschüchterten Belegschaft mehrere Glasvitrinen zerschlagen und etliche Ketten zusammen gerafft.

Auf der Flucht hatte das Duo einen Teil der Beute verloren, zwei verbliebene Ketten in einem Versteck deponiert. Dort hatte ein Unbeteiligter die Beute entdeckt - und ausgerechnet den Inhabern des kurz vorher ausgeraubten Schmuckgeschäfts zum Kauf angeboten. Gegen den älteren der beiden Räuber soll vor dem Landgericht verhandelt werden. Bei dem jüngeren, der noch als Heranwachsender gilt, hat das Amtsgericht das mildere Jugendrecht angewendet, ihn mit einer hohen Haftstrafe belegt.

In der Gesamtstrafe von drei Jahren enthalten sind jene 1,5 Jahre Haft aus der anderen Verurteilung, die zur Bewährung ausgesetzt war.

(wuk)