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Anwohner in Wersten haben Ärger mit wild parkenden E-Fahrrädern

Anwohnerin fordert mehr Kontaktmöglichkeit : Vom E-Bike zugeparkt

Oft wurden E-Bikes direkt vor Garagen in Wersten abgestellt. Anwohner fühlen sich vom Anbieter allein gelassen und fordern beispielsweise Kontaktdaten auf den Fahrrädern selbst.

Gut 20 bis 30 Kilogramm wiegt ein E-Bike inklusive Motor – zu viel, um es einfach aufzuheben und zu tragen. Dieser Umstand schützt die Miet-E-Räder, die die Firma Lime in Düsseldorf anbietet, macht es aber auch schwieriger, sie zu versetzen, wenn sie störend abgestellt wurden. Über diesen Umstand hat sich jetzt eine Frau aus Wersten bei Lime, dem betreffenden Anbieter, sowie bei der Stadt Düsseldorf beschwert.

Nicht zum ersten Mal wurde in der vergangenen Woche ein Mietrad direkt vor der Garage der Frau abgestellt – mitten im Weg, sodass sie ihr Auto nicht herausfahren konnte, und das, obwohl wenige Meter entfernt Platz gewesen wäre. „Ich bin körperlich nicht mehr vollständig fit und kann das schwere Fahrrad nicht einfach wegtragen – und will es auch nicht, sonst werde ich noch für eventuelle Schäden verantwortlich gemacht“, so die Werstenerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Sie hat recherchiert, verschiedene Nummern angerufen, jedoch keine schnelle Hilfe bekommen. Auch Polizei und Ordnungsamt sollen ihr nicht geholfen haben. „Das ist weder kunden- noch bürgerfreundlich.“ Die Stadt erklärt auf Nachfrage unserer Redaktion, dass sie Handhabe gegen störend abgestellte E-Räder habe, solang sich diese im öffentlichen Straßenraum befänden. Erst in der folgenden Nacht wurde das E-Bike – technisch wegen des nur unterstützend wirkenden Motors ein Pedelec – von Lime entfernt.

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Lime, der die Jump-Flotte von mietbaren Pedelecs im vergangenen Sommer von Uber übernommen hat, bedauert den Vorfall. „Neue Mobilitätskonzepte dürfen selbstverständlich nicht auf Kosten anderer entstehen, wie etwa älteren oder auch körperlich beeinträchtigten Menschen. Beim ordnungsgemäßen Abstellen unserer Fahrzeuge sehen wir uns klar mit in der Verantwortung“, sagt ein Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion. Man setze auf eine Kombination von Aufklärung, technischen Lösungen, Kooperation mit den Städten und einem Team von Mitarbeitern, die unterwegs sind und störend abgestellte Fahrzeuge entfernen – wie es auch in Wersten geschehen ist.

Auf den Scootern von Lime sind eine Mail-Adresse sowie eine Telefonnummer angebracht – diese fehlen jedoch bei den Pedelecs. Über die Nummer erreicht man eine allgemeine Service-Hotline, von der man sich weiter verbinden lassen kann – wer schnell weg muss und von einem parkenden Rad gehindert wird, kann jedoch nicht auf Hilfe innerhalb weniger Minuten hoffen. Nach den Bemühungen der Frau aus Wersten wurde außerdem das Kontaktformular zum Melden illegal abgestellter Fahrzeuge auf der Website von Lime aktualisiert.

Doch für die Werstenerin geht das nicht weit genug, denn die Ursache wird auf diesen Wegen nicht bekämpft: „Man sollte die Nutzer, die so frech parken, zur Verantwortung ziehen“, sagt sie. „Man sieht ja, wer es zuletzt genutzt hat, und wenn man es so respektlos mitten im Weg abstellt, dann sollte man auch für die Entfernung zahlen müssen.“ Bisher verlangt Lime nur dann eine Mahngebühr, wenn Nutzer das Fahrzeug außerhalb des Betriebsgebietes abstellen oder sich nach der Fahrt nicht ausloggt.