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Golzheim: "Weiße Siedlung": Umstrittener Neubau

Golzheim : "Weiße Siedlung": Umstrittener Neubau

Trotz Veränderungssperre und angestrebter Denkmalbereichssatzung soll in der Siedlung Golzheim nun ein neues Haus gebaut werden. Die Bezirksvertretung 1 vertagte die Entscheidung. Es bestehe noch Beratungsbedarf.

Erst kürzlich wurde bei einer Bürgeranhörung heftig über die geplante Denkmalbereichssatzung für die Siedlung Golzheim diskutiert. Diese soll dafür sorgen, dass künftig keine Neubauten mehr, wie in der Vergangenheit geschehen, den Charakter der "Weißen Siedlung" verfälschen. Vielen alteingesessenen Bewohnern beziehungsweise Hauseigentümern geht die geplante Schutzsatzung noch nicht weit genug.

Jetzt wurde bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung 1 ein Bauantrag vorgelegt, der ausgerechnet von dieser geplanten Denkmalbereichssatzung beziehungsweise der derzeit geltenden Veränderungssperre für das Gebiet eine Ausnahme fordert. Vorgelegt wurde der Antrag für den Neubau eines Hauses an der Paul-von-Hase-Straße 10. Dort will ein Investor ein eingeschossiges Einfamilienhaus mit einer Grundfläche von 390 Quadratmetern und einer Wohnfläche von 756 Quadratmetern errichten. Das Vorgänger-Gebäude wurde im Sommer des vergangenen Jahres abgerissen. Laut Michael Pfaff vom Bauaufsichtsamt war die ursprüngliche Planung sogar noch größer dimensioniert, weswegen man zwischenzeitlich mit dem Investor gesprochen habe. Der nun geplante Neubau sei zwar breiter als die umgebenden Häuser, aber in seinem Umfang nur "die Hälfte von dem, was der alte Bebauungsplan zulassen würde". Vor allem aber passe sich das Haus in der Gestaltung dem Charakter der Siedlung an. Die zuständige Denkmalbehörde habe dem Vorhaben bereits zugestimmt, weswegen die Verwaltung nun keine Bedenken habe, in diesem Einzelfall eine Ausnahme von der geltenden Veränderungssperre und eine Befreiung hinsichtlich der Baugrenzen zuzulassen.

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Das sahen die Bezirksvertreter allerdings anders. Weil noch Beratungsbedarf bestehe, forderten die Grünen, eine Stellungnahme des Landschaftsverbandes Rheinland einzuholen. Die Fraktion nahm überdies Anstoß an der Tatsache, dass zehn schützenswerte Bäume zu fällen sind. Das sei notwendig, so Bauaufsichtsamtsmitarbeiter Pfaff, weil unterhalb des Grundstückes der Hauptsammler verlaufe. Die Bäume müssten in jedem Fall weichen, auch wenn das Haus nicht gebaut werde, weil sie über kurz oder lang die Leitung beschädigen würden. Während die Grünen sich verärgert darüber zeigten, davon vorab nicht informiert worden zu sein, übte BV-Mitglied Reinhard Schneider (parteilos) Grundsatzkritik an den Bauplänen. "Das ist, als ob man einen Elefanten in einen Pferdestall setzt." Der Neubau passe nicht in die Kleinteiligkeit der Siedlung, der Antrag laufe dem Bebauungsplan "diametral entgegen". Und weil das Haus viel zu groß ausgefallen sei, gebe es keinen Platz mehr für die Garage, weswegen die Planung nun die Baugrenzen überschreite.

Grüne und SPD betonten dagegen, im Prinzip zwar nichts gegen den Antrag zu haben. Weil aber eben noch Beratungsbedarf besteht, wurde die Entscheidung auf die nächste Sitzung vertagt. Die Kritik seitens der CDU, den Investor nicht zu lange warten zu lassen, kommentierte SPD-Fraktionsschef Philip Tacer: "Die Antragsteller müssen sich keine Sorgen machen. Wir werden in vier Wochen dem Vorhaben vermutlich zustimmen."

Erst in der vergangenen Woche war die geplante Denkmalbereichssatzung sowie die detaillierte Dokumentation der Verwaltung darüber im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung vorgestellt worden. Allerdings ohne Hinweis auf den aktuellen Bauantrag.

(RP)