Volmerswerth: Ein Heimatmuseum für den Stadtteil

Erinnerungen : Ein Heimatmuseum für Volmerswerth

Der Bürgerverein will eine leerstehende Wohnung über der Gaststätte „En de Ehd“ zu einer „musealen Begegnungsstätte“ umbauen.

Volmerswerth hat mehr zu bieten als mancher denkt, und damit ist nicht nur die idyllische Lage direkt am Rhein gemeint. Allein 17 Vereine gibt es – vom Gospel- und Kirchenchor über die Prinzengarde Grün-Weiß bis zum Bürger- und Heimatverein. Nur ein richtiger Saal, ein Treffpunkt für den Stadtteil, den gibt es nicht. „Wir halten unsere Versammlungen in Kneipen, im Pfarrsaal oder auch schon mal im Clubheim der Freien Wasserfahrer ab. Ideal ist das alles nicht“, sagt Lothar See, 1. Vorsitzender des Bürgervereins. Genau der hat jetzt die Idee ins Spiel gebracht, eine seit einem Jahr leerstehende, 94 Quadratmeter große Wohnung mit aktuell vier Räumen im zweiten Obergeschoss über der Gaststätte „En de Ehd“ als Begegnungsstätte auszubauen. Die soll dann auch einen „musealen Charakter“ erhalten und ein kleines Heimatmuseum beherbergen.

Theo Hilger, der 2. Vorsitzende, hat die Planung schon mal in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung 3 vor der Sommerpause präsentiert – und erhielt von allen Seiten „uneingeschränkte“ Rückendeckung. „Das war ein Erfolgserlebnis. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, aber die Unterstützung, die wir bis jetzt erfahren haben, motiviert uns natürlich, weiterzumachen“, sagt Hilger.

Der Heimatverein hofft auf eine finanzielle Förderung durch das NRW-Heimatministerium, denn die Wohnung ist, untertrieben ausgedrückt, stark renovierungsbedürftig. „Durch die erforderliche Nutzungsänderung verfällt auch der Bestandsschutz und es müssten umfangreiche Anpassungen bei Rettungswegen und dem Brandschutz durchgeführt werden“, erklärt Hilger. Allein diese Maßnahmen würden schon mit rund 60.000 Euro zu Buche schlagen, schätzt Hilger, der inklusive Baugenehmigung und Architektenplänen insgesamt mit Kosten von bis zu 150.000 Euro rechnet.

Der Zugang soll über den hinteren Teil des Haues entstehen, auch ein Treppenlift an der Rückseite des Gebäudes ist dann angedacht. Immerhin: „Viele unserer 380 Mitglieder sind Handwerker, da kann einiges in Eigenleistung geschafft werden“, sagt See. Das 1908 errichtete Haus und das Grundstück gehören der Stadt Düsseldorf, in ersten Gesprächen habe das Amt für Immobilienmanagement aber ebenfalls schon seine Zustimmung signalisiert, so Hilger.

„Diese Wohnung ist in ihrem jetzigen Zustand ohnehin nicht vermietbar. Wir, und damit meine ich alle Volmerswerther, hätten dafür vielfältige Nutzungsmöglichkeiten“, erzählt See. Auch das Heimatmuseum zu füllen, sei überhaupt kein Problem. „Bei den Familien, die hier wohnen, schlummern so viele Schätze in den Kellern oder auf den Dachböden, da bekommen wir ganz schnell zig Exponate zusammen. Die Volmerswerther warten geradezu darauf, ihre historischen Bilder, Pläne und archivierungswürdigen Gegenstände einer Öffentlichkeit präsentieren zu können“, berichtet Hilger.

Der Vorstand des Bürger- und Heimatvereins (inklusive des Projektleiters Heimatmuseum, Bernd Pohl) will jetzt noch von allen Vereinen im Stadtteil die schriftliche Unterstützung für eine Begegnungsstätte einholen. Sollte der Zuschuss-Bescheid noch in diesem Jahr eintreffen, „spricht nichts dagegen, die Umsetzung unseres Projekts auch direkt konkret in Angriff zu nehmen“, so Lothar See.

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