Düsseldorf-Volmerswerth: Stele für Schmittmann eingeweiht

Gedenken in Düsseldorf : Stele für Benedikt Schmittmann

„Der Sprengstoff in seinem Denken war der propagierte Föderalismus, wie er heute in der Bundesrepublik existiert“, sagt Großneffe Michael Schmittmann. Mitunter waren es diese Gedanken, weshalb Benedikt Schmittmann 1933 zunächst in Schutzhaft genommen und schließlich kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs inhaftiert und nach Sachsenhausen gebracht wurde.

Bisher zeugte vom Leben Benedikt Schmittmanns mit seiner Frau Helene Schmittmann-Wahlen am Fleher Deich nur noch das Gartenhaus, das zur Villa des Ehepaares gehörte. Doch eben jenes Gartenhaus ist nun Teil eines Gedenkortes für den Düsseldorfer Sozialwissenschaftler und -politiker geworden. Genau 80 Jahre, nachdem die Nationalsozialisten Schmittmann im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordeten, wurde der vom Bürger- und Heimatverein Düsseldorf-Volmerswerth errichtete Gedenkstein eingeweiht. „Er ist ein Vorbild für alle, die für Frieden und gegen den Krieg eintreten“, sagt Bernd Pohl, zweiter Vorsitzender des Bürgervereins und Bauleiter des Denkmals. „Gerade in Anbetracht der Gefahren, die ihm drohten. Der Stein symbolisiert Schmittmann als Fels in der Brandung.“ Die 1200 Kilogramm schwere Stele aus Grünstein gibt durch eine Aussparung Blick auf den Standort des damals dort stehenden, in der Nachbarschaft nur als „Schmittmann-Villa“ bekannten Wohnhauses frei. Das an der Rückwand des Gartenhauses angebrachte Wandbild von der Frontseite der Villa verknüpft das Denkmal mit dem Wohnort Schmittmanns. Zu Gast war immer wieder Konrad Adenauer, mit dem Schmittmann befreundet war.

Viele Anwohner und Gäste aus Politik und Kirche waren zur Enthüllung des Denkmals gekommen. Das Blasorchester Volmerswerth beteiligte sich an der Gedenkfeier ebenso mit musikalischen Beiträgen wie auch Studierende aus dem Kölner Schmittmann-Kolleg. „Der Sprengstoff in seinem Denken war der propagierte Föderalismus, wie er heute in der Bundesrepublik existiert“, sagt Großneffe Michael Schmittmann. Mitunter waren es diese Gedanken, weshalb er 1933 zunächst in Schutzhaft genommen und schließlich kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs inhaftiert und nach Sachsenhausen gebracht wurde. „Er war ein Christ, der wusste, dass Nationalsozialismus unvereinbar mit dem Christentum ist“, sagt der Kölner Prälat Helmut Moll. Zusätzlich zum Gedenkstein soll im Oktober auch ein Stolperstein an die Verfolgung und Ermordung Schmittmanns erinnern.