Sicherheit : Tempo 30 für den Eller Kamp

Eine sicherere Überquerung über die Straße in Vennhausen war mehrfach Thema in der Bezirksvertretung. Nachdem im November ein Zehnjähriger angefahren wurde, hat Petra Reidt-Schmidt (SPD) wieder einen Antrag gestellt.

Tagelang waren die Markierungen auf dem Boden noch zu sehen, die die Polizei nach dem Unfall aufgetragen hatte. Die Position des Autos, dort, wo es zum Stehen gekommen ist, ein gelbes X ein Stück weiter vorne. Am 22. November wurde ein zehn Jahre alter Junge auf dem Eller Kamp von einer 67-Jährigen angefahren, die in Richtung Hackenbruch unterwegs war. Kurz hinter der Verkehrsinsel ist der Junge auf dem Asphalt gelandet, nachdem er über die Straße gelaufen ist. Wie Zeugen berichteten, soll das Kind nicht auf den Verkehr geachtet haben. „Der Junge konnte von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist“, sagt Petra Reidt-Schmidt von der SPD in der Bezirksvertretung 8, die sich auch ärgert, weil der Unfall vielleicht hätte verhindert werden können. Denn der Eller Kamp hat schon mehrfach auf der Tagesordnung des Gremiums gestanden.

Im Dezember 2016 hatte die Bezirksvertretung die Verwaltung bereits gebeten zu prüfen, wie der Überweg über die Straße sicherer werden kann. Ob ein Zebrastreifen oder gar eine Ampel installiert wird, hängt von der Verkehrsstärke ab. Auch wenn vor zwei Jahren keine Verkehrszählung vorlag, ging die Verwaltung davon aus, dass nicht mehr als 30 bis 60 Fußgänger in der Stunde den Eller Kamp queren. „Demnach ist eine Mittelinsel die geeignete Überquerungshilfe“, hieß es. Gegen eine Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 hatte die Verwaltung damals aber nichts.

Im März 2017 wurde die Zählung schließlich nachgeholt, in der morgendlichen Spitzenstunde wechselten am Testtag 65 Menschen die Straßenseite, während 445 Pkw über den Eller Kamp fuhren. Gemäß den Richtlinien sei ein Zebrastreifen möglich, sagte die Verwaltung, „wird aber bei der Belastung nicht empfohlen“. Damit hatte sich das Thema erstmal für die Stadtteilpolitik. Bis zum Unfalltag am 22. November. Reidt-Schmidt nahm Kontakt zur Polizeiinspektion Süd auf, erfragte die Unfallzahlen seit Januar 2016. Elf Bagatellunfälle und sieben Unfälle mit Leichtverletzten haben sich seitdem auf dem Eller Kamp ereignet, „davon acht mit Fahrradfahrern“, sagt die Politikerin, die in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung erneut einen Versuch gestartet hat, um die Straße sicherer zu machen. „Zumal sich ganz in der Nähe die Jugendfreizeit Chemnitzer Straße befindet“, sagt Petra Reidt-Schmidt, Kinder von dort oft über die Mittelinseln laufen, um zur gegenüberliegenden Bushaltestelle zu kommen. Unterstützung bekommt Reidt-Schmidt für ihre Initiative von Jugendamtsleiter Johannes Horn, der sich für Tempo 30 und einen Zebrastreifen stark machen will. Er versucht jetzt Kontakt mit dem Amt für Verkehrsmanagement aufzunehmen.

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Begrüßt wird die Geschwindigkeitsreduzierung aber nicht von allen, die CDU zeigte sich fast überrascht über den Antrag, den Reidt-Schmidt in der Sitzung stellte. Weil der Eller Kamp eine Hauptverkehrsachse sei und für viele die Verbindung zum Unterbacher See. „Auf einem Teil war auch schon mal 30“, sagte Christian Rütz (CDU), das sei seinerzeit von den Stadtteilpolitikern sogar aufgehoben worden. Mit einem Zebrastreifen wären die Christdemokraten einverstanden gewesen, Tempo 30 lehnten sie aber ab, so wie auch die FDP. SPD, Linke und Grüne aber unterstützen die Initiative von Petra Reidt-Schmidt. Die Verwaltung ist nun beauftragt, die Geschwindigkeit zu reduzieren und Zebrastreifen im Bereich der Mittelinseln aufzutragen.

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