Vennhausen eröffnet Schützenfestsaison in Düsseldorf

Brauchtum : Marine und Jäger bilden das Rückgrat der Schützen

Beide Kompanien feiern beim Schützenfest in Vennhausen 90-jähriges Bestehen.

Schützen haben es nicht immer leicht, ist das Gelingen ihres Festes doch stets auch vom Wetter abhängig. Insofern wurden den Mitgliedern des St. Hubertus- und St. Sebastianus Schützenvereins in Vennhausen an diesem Wochenende einiges abverlangt. Zum Auftakt des gestrigen Biwaks auf dem Freiheitplatz goss es zum Beispiel wie aus Kübeln. Dass die Gubener Straße, wo in jedem Jahr die Parade vor der Pfarrkirche St. Reinold stattfindet, zudem aktuell eine große Baustelle ist, lässt es ebenfalls nicht zu, von idealen äußeren Bedingungen zu sprechen.

Nichtsdestotrotz wollten sich die Schützen in Vennhausen natürlich die gute Laune nicht verderben lassen. Und das galt ganz besonders für zwei Kompanien, die in diesem Jahr auf ihr 90-jähriges Bestehen zurückblicken: Neben der 1. Jägerkompanie, die mit Wolfgang Frick den aktuellen Schützenkönig stellt, trifft das auch auf die 1. Marine-Kompanie zu, die selbstverständlich ebenfalls blaues Blut in ihren Reihen weiß: Colin Hackbarth war bis zur Entkrönung bei der Jungschützenparty am Samstagabend der Jungschützenkönig im Stadtteil, und Markus Güldenmeister wird beim heutigen Krönungsball das Schützensilber des neuen Schützenkönigs in Vennhausen von Wolfgang Frick erhalten und dann ein Jahr regieren.

„Da sind wir natürlich stolz drauf“, sagt Claudia Maibauer, die für die Marine auch schon mal Königin im Dorf war. Das hat sie mit ihrer Mutter Uschi gemein, die 2006 auf dem Thron saß, „außerdem ist sie unser Kapitän, sie führt die Kompanie an“, sagt die Tochter. Dass die Vennhauser Schützengemeinschaft von überschaubarer Größe ist, lässt sich auch daran ablesen, dass die Marine mit elf Mitgliedern zu den größeren im Verein zählt. „Und die Frauen sind dabei in der Überzahl“, betont die Ex-Königin amüsiert: Sechs Frauen sehen sich fünf Männern gegenüber. „Aber das klappt ganz gut“, sagt Maibauer. Seit den 90ern dürfen Frauen im Vennhauser Schützenverein mitmachen, den Bann brach Paula Güldenmeister, die Mutter des neuen Königs – so schließt sich der Kreis.

Dass die Marine in Vennhausen im wahrsten Sinne des Wortes gesund ist, hat sie auch ihren guten Beziehungen zu Marine-Kompanien in anderen Stadtteilen zu verdanken: in Stockum, Flingern, Friedrichstadt, vor allem in Garath – mehrere Garather Marine-Mitglieder harrten gestern beim Biwak im strömenden Regen aus. Da versteht es sich von selbst, dass die Marine aus Vennhausen nächstes Wochenende die Garather besucht, wenn die ihr Schützenfest haben. Der runde Geburtstag soll jedenfalls im September mit dem Krönungsball gefeiert werden. „Der findet bei uns eigentlich jedes Jahr statt, im vergangenen Jahr haben wir ihn aber ausfallen lassen, um ihn jetzt richtig groß zu zelebrieren“, erzählt Claudia Maibauer.

Ob Marine und Jäger tatsächlich die ältesten Kompanien im Vennhauser Schützenverein sind, kann sie gar nicht so genau sagen, und auch ihre Schützenkollegen runzeln die Stirn. Zwar wurde der Verein bereits 1903 gegründet, „aber durch die beiden Weltkriege gab es ja auch einige Auflösungen“, sagt Maibauer. Fest steht: Seinen Ursprung hat der Vennhauser Schützenverein nicht im Stadtteil, sondern in der Gerresheimer Glashütte. Dort wurde er am 14. August 1903 als Verein St. Hubertus gegründet, schnell zählte er 30 Mitglieder. Erst 1927 verlegte der Verein seinen Sitz von Gerresheim nach Vennhausen. Weitere Kompanien kamen hinzu, heute sind es sieben, ab 1978 lautete der Vereinsname offiziell St. Hubertus/St. Sebastianus.

Traditionell eröffnen die Vennhauser die Schützenfestsaison. Sie taten das am Freitag mit der dritten Auflage einer Rock- und Pop-Nacht im Festzelt. „Das war ein ganz toller Abend mit super Bands“, fand auch Claudia Maibauer.

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