Vennhausen : Sportverein fürchtet Lärmschutz

In Vennhausen sollen neue Wohnungen und Häuser gebaut werden. Die Verwaltung sieht kein Problem und doch macht sich die Politik Sorgen. Denn neue Hausbewohner könnten sich vom Spielbetrieb des FC Tannenhof gestört fühlen.

Im Netz gibt es sie schon: Unter dem Namen "Venncarrée" werden die 12 Reihenhäuser vermarktet, in "guter und vorteilhafter Lage" seien sie gelegen, bis zu 579.000 Euro sollen sie kosten. "Sie finden hier unterschiedliche Schulen und Kindergärten, aber auch mehrere Sport- und Freizeitanlagen", wird der Standort beschrieben und um jenen letzten Teil machen sich die Politiker der Bezirksvertretung (BV) 8 sowie die Aktiven des FC Tannenhof Sorgen. Wenn die Häuser denn mal nicht allzu nah an die Sportstätten gebaut sind. Und vor allem: Hoffentlich gibt es nicht mehr Ärger mit den neuen Hausbesitzern als ohnehin schon da ist.

In der vergangenen Sitzung der BV jedenfalls gab es eine heftige Diskussion um das Bauvorhaben an der Vennhauser Alllee. Die Stadtteilpolitiker mussten ihr Votum abgeben, weil die Baugrenzen der Häuser knapp überschritten wurden. Hierbei kann nicht mehr die Verwaltung eine Genehmigung erteilen, sie muss die zuständige BV befragen. Doch um die Baugrenzen ging es gar nicht mehr. Was denn mit Schallwänden sei, fragte die CDU, ob es denn ein Gutachten gebe. Ob es denn eine Lärmschutzgutachten gebe, wollte die SPD wissen, was die Verwaltung bejahen konnte und dies den Politikern zur Ansicht ließ. So schnell könne man sich da nicht durcharbeiten, kam die Replik und die SPD in der BV meldete dringenden Beratungsbedarf an. Für einen Moment schien es gar, als wollten die Politiker den Bauantrag nicht genehmigen. Erst als die Verwaltung noch einmal versicherte, dass ein Gutachten aus 2006 gültig sei und keine weiteren Lärmschutzauflagen mache, stimmte die BV einstimmig für den Bauantrag. Dennoch: Rolf Schulte (CDU) etwa sorgt sich, dass die späteren Hausbewohner doch noch klagen könnten. Und auch Petra Reidt-Schmidt (SPD) sorgt sich um den FC Tannenhof, zumal die Auflagen ohnehin schon groß seien. So darf der Verein, der 2007 die Anlage bezogen hat, am Sonntag seinen Rasenplatz gar nicht nutzen, wie der erste Vorsitzende Kai Schumacher sagt. "Für Lautsprecherdurchsagen müssen wir Genehmigungen einholen. So etwa auch beim jährlichen Pfingstturnier." Nach 21 Uhr darf überhaupt nicht mehr trainiert werden und sollten doch einmal ein paar Jungs am Sonntag oder nach 21 Uhr auf die Idee kommen, ein bisschen zu kicken, stehe garantiert sofort der OSD vor der Tür.

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Die Gemengelage ist schwierig, weiß auch Ratsherr Christian Rütz. Der Jurist fragte, ob das Gremium überhaupt einen Antrag ablehnen könne, ohne sich schadensersatzpflichtig zu machen. Eine Frage, die auch die Verwaltung nicht beantworten konnte. In den Köpfen spukt immer noch das Beispiel vom TV Grafenberg, wo durch die Beschwerden eines einzelnen Anwohners der Spiel- und Trainingsbetrieb eingeschränkt werden musste. Um es klar zu sagen:_Ob dem FC Tannenhof weitere Einschränkungen drohen, ist ungewiss. Tatsächlich gilt, ob die Sportanlagenlärmschutzverordnung eingehalten wird. Das Gutachten beurteilt lediglich, ob der Bauherr, der seine Häuser später verkaufen will, schon beim Bau für Lärmschutzmaßnahmen sorgen muss. So etwas wie einen Bestandsschutz für alte Sportanlagen gibt es nicht. Kai Schumacher will erst einmal abwarten. Befragt wurde sein Verein nicht.

(RP)