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Natur in Düsseldorf-Vennhausen: Jetzt kümmern sich die Anwohner um die Düssel

Stadtteil-Kolumne in Düsseldorf : Jetzt kümmern sich Anwohner um die Düssel

Erst wurde nicht gegossen, jetzt hat eine Firma Pflanzen ausgerupft. Dazu kommt das Problem, dass immer noch Mülleimer fehlen, und Hundeauslaufplatz ist überwuchert mit Disteln: Am renaturierten Stück der Düssel in Vennhausen läuft es nicht rund.

Was lange währt, wird nicht immer gut. So ist das auch ein bisschen an der Düssel in Vennhausen, die für fast 2,5 Millionen Euro renaturiert wurde. Weg vom schnurgeraden Kanal, zurück zum freieren Lauf der Natur. Das war das Ziel, das zumindest beim Fluss selbst erreicht wurde. Der Bachlauf schlängelt sich wunderbar an den Böschungen entlang, so wie es die Stadt viele Jahre angedacht hatte. Doch beim Drumherum gibt es seit der Freigabe des Düssel-Abschnitts kurz vor Ostern immer wieder Probleme. Manche Fehltritte gehen auf das Konto der Spaziergänger, viele auf das der Planer. Was schade ist. Denn eigentlich könnte es so schön sein an dem renaturierten Abschnitt der Düssel.

Das finden auch Ulrike Greimers und Elke Wetekam, die sich wie viele andere wundern, dass es zwischen Sandträger- und Gothaer Weg lediglich einen Mülleimer gibt. Mehrere hundert Meter ist der Abschnitt lang, und auch wenn ein weiterer Behälter irgendwann aufgestellt werden soll, reicht das noch lange nicht, sagen die beiden Vennhauserinnen, die jetzt jeden Dienstag um 18 Uhr den Gehweg und die angrenzenden Büsche von Müll befreien. Eine gute Tat, die Nachahmer verdient, „wir wollen, dass es schön hier bleibt“, sagt Ulrike Greimers, die noch einige weitere Anregungen hat für den Abschnitt. Und die unbedingt von der Stadt gehört werden sollten. Wie der Wunsch nach mehr Bänken (eine weitere Bank ist in Planung) und einem Hundekot-Behälter samt Tüten. Dann gibt es auch wirklich gar keine Ausreden mehr für Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners nicht zu entfernen.

Die Hundewiese selbst ist seit Eröffnung ein riesen Thema: bei Hundehaltern, aber auch jenen, die keinen Hund haben. Denn die Wiese ist nicht eingezäunt. Zwar will die Stadt dort mit Büschen eine Grenze zum Gehweg ziehen, wer sich aber ein wenig auskennt mit Hunden, der weiß, dass sich kein Tier von ein paar Ästen und Blättern abschrecken lässt. Den Ärger sparen sich inzwischen die meisten Hundebesitzer, und die Hunde selbst werden sicher auch keine Freude mehr haben an dem Gelände, das nun voller Disteln ist, die mittlerweile kniehoch gewachsen sind.

Apropos Unkraut: Das ist der nächste Punkt, den Ulrike Greimers und Elke Wetekamp ansprechen. „Was ist hier eigentlich Unkraut?“, fragt Wetekam und wühlt mit den Händen durch die ausgerissenen Pflanzen, die am Wegesrand liegen. Die Stadt hatte die Baufirma beauftragt, die ersten drei Jahre die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege zu übernehmen. Als nichts passierte, mahnte die Stadt die Baufirma an. Eine ganze Weile passierte immer noch nichts. Was vor allem negative Auswirkungen auf die Jungbäume und frischen Pflanzen hatte, die bei der Trockenheit im April und Mai dringend Wasser gebraucht hätten. In dieser Woche dann kamen ein paar Arbeiter, die fast alles ausrupften, was keine Blüte trug. Inklusive einer Sonnenblume, von denen viele Sorten erst im Spätsommer blühen.

Vielleicht gibt es noch mal die Möglichkeit, das Projekt „Essbare Stadt“ aufleben zu lassen. „Das gab es vergangenes Jahr schon mal hier“, erzählt Greimers, „warum schließt man nicht eine Kooperation mit den beiden Kitas?“, ist ihr Vorschlag. Eine gute Idee, Platz gibt es reichlich an der Düssel, und die Kinder würden hautnah erleben, dass Kräuter und Salate nicht fertig in Tüten im Supermarkt wachsen. Dass nun die Nachbarinnen aus Vennhausen das Zepter in die Hand nehmen, ist lobenswert, wenngleich sich die Planer über solche Konzepte hätten Gedanken machen müssen. Immerhin hat die Renaturierung der Düssel fast 2,5 Millionen Euro gekostet.

Jedenfalls gibt es nun ein paar Anwohner, die ihren Teil beitragen wollen, einige würden auch eine Bank spenden. „Manchmal ist es aber schwer, einen Ansprechpartner zu finden“, sagt Wetekam. Und weil das so ist, verlieren engagierte Menschen irgendwann die Lust am Gestalten. Das darf nicht sein, und eigentlich sollten die Verantwortlichen – ganz egal, ob Stadt oder die Baufirma, die den Auftrag hat, sich um die Düssel zu kümmern – dankbar dafür sein, dass jemand Augen und Ohren offenhält, um das schöne Stück Natur in Vennhausen zu erhalten.