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Düsseldorf-Vennhausen: Wird der Freiheitplatz zum Angstplatz?

Plätze in Düsseldorf : Wird der Freiheitplatz zum Angstplatz?

Viele Vennhauser finden, dass der Platz in keinem guten Zustand ist. Die Stadt widerspricht und sagt, er sei gut gestaltet.

Immer mehr Vennhauser machen einen großen Bogen um den kleinen Platz an der Vennhauser Allee. Zuerst, weil er einfach ungepflegt war, inzwischen erreichen die Politik „vermehrt Anwohnerbeschwerden über den Aufenthalt von gewissen Personen auf dem Freiheitplatz“, schrieb Petra Reidt-Schmidt im November in einer Anfrage, die sie in der Bezirksvertretung 8 stellte. Im Betreff hatte sie diese Frage formuliert: „Kamper Acker auf dem Freiheitplatz?“ Eine Anspielung auf die Drogen- und Alkoholszene am zentralen Platz in Holthausen, der vor einigen Jahren immer wieder wegen der präsenten Drogen- und Alkoholszene in die Schlagzeilen geriet.

Auch CDU und Grüne hakten im November nach, wollten vor allem eine Auskunft zum Grünpflegemangel. Wie die Verwaltung nun mitteilt, „werden Bäume regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gepflegt“. Ein signifikanter Grünpflegemangel sei bei der Überprüfung nicht festgestellt worden. „Der Freiheitplatz ist im Verhältnis zu anderen Plätzen im Stadtgebiet gut gestaltet und in einem guten Zustand“, sagt die Stadt.

Jürgen Grundmann von der Initiative „Vennhausen lebt“ hat einen ganz anderen Eindruck: „Auf dem Platz ist es noch schlimmer geworden“, findet er. Auch wenn es in den letzten Monaten zwei Aufräumaktionen gab, „doch die Resonanz aus der Bevölkerung war nicht da“. Die beiden Helfer Eckhard Bartling und Eva-Maria Schwaderlapp blieben allein, reinigten Beete und entfernten Unkraut aus den Fugen, sammelten einen ordentlichen Haufen Müll. „Dann kam der Feuerteufel“, sagt Grundmann. Zwei Wohnmobile brannten in der Siedlung, außerdem wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. November Sperrmüll, der auf dem Freiheitplatz abgestellt wurde, angezündet. Grundmann postete ein Bild von den Überresten im sozialen Netzwerk Facebook, bekam viele Reaktionen von Nachbarn. Eine Frau schrieb etwa, „dass der Platz weg muss“, sie sich stattdessen einen Parkplatz wünscht. „So ein Platz ist eigentlich schön, aber so langsam fühle ich mich echt belästigt als direkter Anwohner“, schrieb die Frau weiter. „Ich gehe schon Umwege.“

Bei gutem Wetter fänden Partys bis in die späte Nacht statt, sagt Jürgen Grundmann, „die Personen urinieren in die Vorgärten der Nachbarn“. Und auch wenn viele Vennhauser froh sind, dass es wieder einen Supermarkt im Ortskern gibt, bringe der auch Nachteile, „die Alkohol-Verfügbarkeit ist besser geworden“, sagt Jürgen Grundmann. Das hat auch eine andere Anwohnerin festgestellt, „inzwischen riecht es auch unangenehm“, kommentierte sie bei Facebook.

Immerhin versichert die Stadt, dass der Brunnen in diesem Jahr störungsfrei laufen soll. Vielleicht bringt der ein bisschen mehr Aufenthaltsqualität auf den Platz. 2019 habe der Brunnen ein, vielleicht zwei Mal gesprudelt, sagt Grundmann.