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Düsseldorf-Vennhausen: Stadt erklärt Kosten für Brücke über Düssel

Bauen in Düsseldorf : Stadt erklärt Kosten für Brücke

500.000 soll der Neubau einer Querung über die Düssel kosten. Deshalb hatte der Ordnungs- und Verkehrsausschuss einen Antrag zum Neubau abgelehnt.

Dass es eine neue Fußgängerbrücke geben wird in Vennhausen, die über die Düssel verläuft, ist im Augenblick nicht realistisch. Technisch sei ein Brückenneubau machbar, heißt es von der Stadt, die den Preis dafür auf etwa 500.000 Euro schätzt. Mit einfachen Mitteln sei nämlich keine Lösung zu erreichen. Deshalb hatte der Ordnungs- und Verkehrsausschuss den Ersatzneubau der Fußgängerbrücke am Reichenbacher Weg im November abgelehnt. Selbst eine einfache Variante – eine Stahlbrücke mit Holzbeplankung – würde rund 200.000 Euro kosten, schätzt die Verwaltung. Neue Widerlager, also das Bauteil, das den Übergang zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm herstellt, würden noch mal rund 100.000 Euro kosten, für die Planung kämen weitere 50.000 Euro dazu. „Es ergäben sich grob überschlägige Gesamtkosten in Höhe von rund 350.000 Euro brutto“, sagt ein Sprecher der Stadt, der zu bedenken gibt, dass ein Ingenieurbauwerk hohe Anforderungen an Planung, Bau und Unterhaltung stelle.

Petra Reidt-Schmidt (SPD) aus der Bezirksvertretung hatte schon im Frühsommer beantragt, dass eine neue Brücke über den Fluss errichtet wird. Nachdem die alte Michael-Boden-Brücke kurzfristig abgerissen werden musste, weil sie schlicht nicht mehr sicher war, stellte sie sogar einen Dringlichkeitsantrag, bat darum, dass eine neue Brücke im ersten Bauabschnitt der Renaturierung der südlichen Düssel eingeplant wird. Als sie schließlich erfuhr, wie teuer ein Neubau sein soll, konnte sie das kaum glauben, sprach von „Wucher“.

Weil der Baugrund schwierig sei entlang der Düssel, würde der Neubau einer Brücke einen hohen Aufwand bedeuten, so der Stadtsprecher. „Dass vergleichbare Brücken andernorts nur 25.000 oder 32.000 Euro gekostet haben sollen, kann seitens der Stadtverwaltung Düsseldorf nicht nachvollzogen werden“, so der Sprecher weiter, der herausgefunden hat, dass die Brücke in Hofgeismar nur deshalb rund 30.000 Euro kostete, weil es sich dort um den reinen Ersatz des Überbaus bei vorhandenen Widerlagern gehandelt habe. „Der Fall ist deshalb nicht vergleichbar.“ Im Fall der Fußgängerbrücke am Reichenbacher Weg könnten die alten Widerlager nicht mehr verwendet werden, weil sich voraussichtlich die Stützweite im Zusammenhang mit der Renaturierung der Düssel vergrößert.

Allein die Kosten für die Entwurfsvermessung, das Baugrundgutachten, die Umweltverträglichkeitsprüfung, den Landschaftspflegerischen Begleitplan, die wasserrechtliche Genehmigung, die Objekt- und Tragwerksplanung und die Bauüberwachung würden die genannten Beträge aus Hofgeismar oder Soestbach übersteigen. „Die Kostenschätzung der Stadtverwaltung Düsseldorf beruht auf mehreren aktuellen, vergleichbaren Projekten“, so der Sprecher. Zwischen 4000 und 5000 Euro müsse man pro Quadratmeter rechnen, sagt Heinrich Bökamp, Präsident IK-Bau NRW, der eine halbe Million Euro für eine kleine Brücke für überzogen hält.