Düsseldorf-Vennhausen: Der Schandfleck kommt weg

Bauen in Düsseldorf : Der Schandfleck verschwindet

Der Eigentümer will das verrottete Haus an der Vennhauser Allee 222 endlich sanieren lassen. Eigentümer und Politik sind aber erstmal skeptisch. Sie warten schon seit fast zehn Jahren darauf, dass sich etwas tut auf dem Grundstück.

In dem Haus an der Vennhauser Allee 222 hat es vor neun Jahren gebrannt, seitdem verrottet das Gebäude, der Bürgersteig ist zur Hälfte gesperrt, es wurden Scheiben eingeschlagen, auch Obdachlose haben wohl zwischenzeitlich dort übernachtet. Für die Vennhauser ist dieses Gebäude an der Ecke Lassallestraße einfach nur ein Schandfleck. Ein Ende ist nun aber absehbar. Der Eigentümer will in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 8 einen Bauantrag für eine Sanierung einreichen.

Das Gebäude befindet sich im Besitz der Hausverwaltung Thunnissen. Der gehört auch das Haus an der Vennhauser Allee 210 mit dem Ladenlokal, wo nach langen Verhandlungen mit Netto im Februar der von den Vennhausern lang ersehnte Supermarkt eröffnete. Wie Marius Overkott, Leiter des Immobilienmanagements bei Thunnissen, bestätigt, soll bei der Erteilung einer Baugenehmigung das Haus komplett entkernt und neu gestaltet werden. Im Erdgeschoss soll das Ladenlokal erhalten werden, die Verhandlungen mit einer Drogeriekette seien weit fortgeschritten, so Overkott. „Die Symbiose mit einem Supermarkt funktioniert im Allgemeinen ja sehr gut, das wäre für den gesamten Stadtteil ein Gewinn“, sagt er.

Vorgesehen sei eine Pelletbeheizung, 15 Wohnungen sind geplant, „keine Luxuswohnungen, aber mit gehobenem Standard“. Dazu würden zum Beispiel Parkett und ebenerdige Duschen zählen. Nach Erteilung der Baugenehmigung könnte es ein paar Monate später losgehen, die Bauzeit soll nicht länger als 24 Monate betragen.

„Endlich passiert nach neun Jahren etwas; bereits 2015 lagen die ersten Pläne vor, die jedoch keine Zustimmung der Bauaufsicht fanden“, sagt Petra Reidt-Schmidt (SPD), die Mitglied in der Bezirksvertretung 8 ist. „Für das Ladenlokal im Erdgeschoss wäre ein Drogeriemarkt ein Sechser im Lotto für Vennhausen“, sagt sie. Und auch Lutz Pfundner (Die Linke) weiß, dass der Bedarf nach Einzelhandel im Stadtteil groß ist. Er hat die Brandruine mehrfach in der Bezirksvertretung auf die Tagesordnung gebracht. Anfang 2019 formulierte das Gremium einen Antrag, in dem es die Verwaltung aufforderte, „durch ein entsprechendes Instandsetzungsgebot den Eigentümer des Gebäudes zur Beseitigung des Mangels zu verpflichten“.

Passiert war dann erst mal nichts, die letzte Anfrage stellte Pfundner im September. Dass das Haus so lange verfallen konnte, ist für ihn eine „Katastrophe. Alles ist besser als die Ruine“, sagt der Linke-Politiker. „Von einem Bauantrag bis zu den ersten Bauarbeiten kann es aber dauern“, so Pfundner, der vermutet, dass der Eigentümer darauf spekuliert hat, dass das Grundstück mit den Jahren an Wert gewinnt.

Jürgen Grundmann von der Initiative „Vennhausen lebt“ setzt sich mit den Anwohnern seit Jahren dafür ein, dass sich etwas tut an der Vennhauser Allee 222. Lange erfolglos. Als er von dem Bauantrag hört, ist er aber skeptisch. „Vor vielen Jahren hat es auch schon Pläne gegeben“, sagt der Vennhauser, „als der Netto eröffnete, hieß es wieder, da kommt was“, sagt Grundmann. „Die Neuigkeiten auf der ,Vennhausen lebt’-Seite veröffentlichen durften wir dann aber nicht“, erzählt Jürgen Grundmann.

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