Düsseldorf: Bürger ignorieren Sperrung der Düssel-Brücke in Vennhausen

Düsseldorf : Düssel-Brücke in Vennhausen vorzeitig abgerissen

Anfang Juni hat die Stadt die Holzkonstruktion in Düsseldorf-Vennhausen gesperrt. Ein Pilz hatte das Holz zerfressen. Doch trotz Einsturzgefahr nutzten täglich Menschen die Brücke über die Düssel. Jetzt hat die Stadt einen Schlussstrich gezogen.

Keine 24 Stunden nach dem Informationsabend des Stadtentwässerungsbetriebs zur Renaturierung der südlichen Düssel in Vennhausen hatte Petra Reidt-Schmidt (SPD) den Dringlichkeitsantrag formuliert und in die Bezirksvertretung 8 eingebracht.

Grund für die Eile ist die marode „Michael Boden Brücke“ gewesen, ein kleiner Holzüberweg über den Fluss, der sich zwischen dem Düsselweg in Höhe des Hundeauslaufplatzes und dem Reichenbacher Weg/Naumburger Straße befindet. Schnell hatte die Stadt reagiert, die Brücke gesperrt und Warnschilder angebracht.

Doch offenbar ignorieren das einige Bürger, die seit der Sperrung Anfang Juni immer wieder Absperrgitter verschieben und verbotswidrig die Brücke überqueren. „Die Brücke ist aber einsturzgefährdet“, sagt Reidt-Schmidt besorgt, die noch am Dienstagmorgen ein Foto gemacht hat von den verschobenen Absperrbaken. „Selbst die Kabelbinder wurden zerschnitten“, sagt die Politikerin, die kein Verständnis hat für das Verhalten mancher Menschen.

Das Amt für Verkehrsmanagement hat die Brücke jetzt deshalb noch früher als geplant abgerissen, „um die Gefahren des weiteren regelwidrigen Betretens zu verhindern“, sagt ein Sprecher der Stadt. Erhebliche Schädigungen aufgrund eines akuten Pilzbefalles sind an dem Bauwerk festgestellt worden.

Im Inneren der Konstruktion hat der Eichenwirrling, eine Pilzart, das Holz großflächig zerstört. Bis zu 60 Prozent der Tragkonstruktion sei zersetzt worden, so der Stadtsprecher. Das Holzinnere bestand teilweise nur noch aus Pulver.

Die Bezirksvertretung 8 wünscht sich, dass die Brücke schon während des ersten Bauabschnitts zur Renaturierung der südlichen Düssel ersetzt wird. Ob Ersatzneubau geplant ist, stimmen derzeit Amt für Verkehrsmanagement und Stadtentwässerungsbetrieb ab.

(nika)
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