Urdenbach: Winterliches Eisvergnügen in der Kämpe

Urdenbach: Winterliches Eisvergnügen in der Kämpe

Teile des Hochwassers auf den Wiesen sind gefroren. Die Stadt will das Eislaufen dort auch in diesem Jahr wieder dulden. Ab Samstag soll es tauen. Ein Schwan stirbt im Eis.

Die Sonne strahlt bei eisigen Minustemperaturen. Im Naturschutzgebiet der Urdenbacher Kämpe verwandeln die gefrorenen Reste des Hochwassers die Landschaft in eine schöne Kulisse. Ein seltenes Naturschauspiel, das jetzt die Eisläufer auf die zugefrorenen Hochwasserwiesen lockt. Zuletzt war das im Februar 2012 möglich gewesen. Einige spielten am Mittwochnachmittag bereits Eishockey auf der zugefrorenen Wiesenfläche. Andere verabredeten sich gestern online unter der App "Spontacts" zum Eislaufen.

Mit Blick auf den Wetterbericht dürfte die Chance zu diesem außergewöhnlichen Eislaufvergnügen nur noch bis zum Wochenende möglich sein, denn dann sollen die Temperaturen ansteigen. Samstag taut es wahrscheinlich, dann ist es mit der eisigen Pracht schnell vorbei. Die Leiterin der Biologischen Station Haus Bürgel, Elke Löpke, ist beim Thema Eislaufen in der Urdenbacher Kämpe zwiegespalten. "Bei vielen unserer Exkursionen schwärmen die Menschen davon, dass sie früher von Urdenbach bis Baumberg Eislaufen konnten", sagt sie. Allerdings dürfen die Wege im Naturschutzgebiet nicht verlassen werden. Die Eisflächen liegen aber häufig genau abseits dieser Wege.

"Wildtiere haben in dieser Kälte Stress", sagt Diplom-Biologin Elke Löpke. Jede Bewegung sei für diese mit Energieverlust verbunden. Wo man querfeldein laufe, könnten sich Hasen, Fasane oder Steinkauz bedroht fühlen. "Aus Naturschutzsicht ist es also eine Störung", sagt Löpke. Verstehen kann sie aber trotzdem, dass es einen angesichts des sonnigen Winterwetters in den Zehen juckt und man die Schlittschuhe anziehen möchte.

Was die Minusgrade für die Tiere bedeuten, zeigt das Schicksal eines Schwans, der in den Kämpen einem Fuchs zum Opfer fiel. Er war im Eis eingefroren und wurde so zur leichten Beute. Reste des Kadavers sind noch vorhanden und werden als Nahrungsquelle für andere Tiere liegengelassen. Ein zweiter Schwan, den Anrufer der Biologischen Station gemeldet hatten, schaffte den Abflug.

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Neben dem Tierschutz führt die Frage, ob das Eislaufen in der Kämpe erlaubt ist, zur Verunsicherung. Als vor sechs Jahren zwei Wochen lang optimale Bedingungen auf der überfrorenen Auenlandschaft herrschte, hatte der Ordnungsdienst (OSD) Eisläufer verwarnt und von der Eisfläche geholt. Damals sprachen sich alle Fraktionen der Bezirksvertretung 9 dafür aus, das Eislaufen zu gestatten.

Später bestätigte die Untere Landschaftsbehörde, dass das Eislaufens in den Überschwemmungsgebieten toleriert werde. Seinerzeit habe es sich aber um keine formelle Freigabe zum Eislaufen gehandelt, sondern um eine Duldung durch Verzicht auf weitere Kontrollen, heißt es vonseiten der Stadt. Grund für die Entscheidung war, dass nach fachlicher Stellungnahme durch die Landschaftsbehörde das Betreten der vereisten Flächen keine Schäden für die Natur verursachten, während ansonsten, das heißt außerhalb der "Eiszeit", das Verlassen der Wege aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes verboten ist. "Diese Begründung bestimmt auch das diesjährige Handeln der Einsatzkräfte des Ordnungs- und Servicedienstes. Eislaufen in der Urdenbacher Kämpe wird geduldet und nicht zu Knöllchen führen", teilt Stadtsprecher Volker Paulat auf Anfrage mit. Kontrollen seien trotzdem nicht ausgeschlossen, ebenso Knöllchen aus anderen Gründen, etwa bei Verursachern zurechenbaren Vermüllungen.

Dass das Betreten von zugefrorenen Gewässern sehr gefährlich ist, darauf weist die Stadt im Zusammenhang mit den eisigen Temperaturen hin. Auch die Feuerwehr warnt vor lebensgefährlichen Ausflügen auf dünnes Eis. Generell sollen die Verbotsschilder beachtet werden. Vorbeugend werden vom Gartenamt Eisleitern an Gewässern bereitgestellt, die werden allerdings oft gestohlen. In den vergangenen Jahren wurde die Feuerwehr Düsseldorf immer wieder zu Hilfe an die zugefrorenen Seen gerufen. Grundsätzlich gilt, dass Eisflächen nicht betreten werden dürfen, es sei denn, sie sind dafür freigegeben.

(sime)