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Weizenjonges und Pützschwengel machen seit 25 Jahren beim Urdenbacher Erntedankumzug mit

Urdenbach : 25 Jahre beim Erntedankumzug dabei

Die Weizenjonges und Pützeschwengel haben sich vor 25 Jahren als Erntedankgruppen gegründet. Die einen fahren gleich mit zwei Wagen im Umzug am Sonntag mit, die anderen lenken mit gelben Chrysanthemen die Blicke auf sich. 

Ausschließlich junge Männer aus Odebach gründeten vor 25 Jahren die Erntedankgruppe „Weizenjonges“, aber schon kurze Zeit später kamen die Mädels dazu. „Und sie haben bis heute diesen Namen akzeptiert“, sagt Robert Reibel mit einem Augenzwinkern. Aufmüpfigen Spaß schließt der Name aber nicht aus. Lachend zeigt er eine Korrektur auf einem Schild: Darauf sind die „Jongs“ gestrichen und durch den Schriftzug „Mädels“ ersetzt.

„Wir wollen keine aussterbende Gruppe sein, deshalb holen wir immer wieder Kinder und Jugendliche mit ins Boot“, erzählt Reibel. Die Gruppe besteht aus rund 30 Mitgliedern zwischen acht und 65 Jahren. „Wenn es was zu tun gibt, sind alle mit Eifer dabei. Und wir haben ein paar gute Handwerker“, erzählt Peter Bauer, der zu den Gründern gehört. Einmal bauten sie für ihren Erntedankwagen Miniaturen der beiden Urdenbacher Kirchen, des alten Gerichtsgebäudes und des Brunnenhäuschens. „Das wurde beim Vorüberziehen mit viel Applaus bedacht“, erinnert sich Bauer. Die kleine Version der katholischen Kirche werde zur Weihnachtszeit immer noch in ihrem Original an der Urdenbacher Allee ausgestellt. „Das Motto ‚Milch und Honig‘ im vorigen Jahr ist gut angekommen“, meint Robert Reibel. Es sei Fleißarbeit gewesen, den Honig eines Urdenbacher Imkers in kleine Gläser zu füllen „Jeder hat sich beteiligt, unsere Jüngsten haben die Etiketten geklebt“, erzählt Reibel. Dass die Weizenjonges ihre süße Erntedank-Gabe während des Umzugs an die Zuschauer verschenkten, war für beide Seiten ein Highlight.

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Drei Blotschenkönigspaare haben die Weizenjonges schon gestellt. „2015/2016 hatten wir ein gemischtes Paar. Julia Wackes aus unserer Gruppe und Stefan Brandenburg von den Odebacher Wibbelstääze“, erzählt Robert Reibel. 2006/2007 überzeugten Silke Wittig-Schwenzig und Harald Schwenzig als Blotschentänzer. Gerne erinnern sich Reibel und Bauer an die kräftigen und schönen Kaltblut-Pferde aus Erkrath, die in den ersten Jahren den Erntedankwagen zogen. Doch dann stieg die Gruppe auf Traktoren um. Zunächst bot Harald Schwenzig sein PS-starkes Gefährt an. Reibel und Bauer zogen nach, sie sind beide stolze Besitzer dieser motorisierten Pferdestärken. „Aus Spaß an der Freud“, sagt Bauer. Diese Liebhaberei beschert den Weizenjonges gleich zwei Erntewagen im Umzug am Sonntag, der um 13 Uhr startet.

 Die Pützeschwengel haben sich nach „dä Pütz“ benannt, auf hochdeutsch dem „Brunnen“.
Die Pützeschwengel haben sich nach „dä Pütz“ benannt, auf hochdeutsch dem „Brunnen“. Foto: Pützeschwengel

Ebenfalls ihr 25-jähriges Bestehen feiert die Erntedankgruppe „Pützeschwengel“. Sie wählten bei ihrer Gründung das alte Brunnenhäuschen an der Angerbrücke als Markenzeichen. Und so fuhr „dä Pütz“ (der Brunnen) aus Pappe bei der Premiere der Gruppe auf dem Erntewagen mit. Schon lange ist die Papp-Version einem soliden Bauwerk aus Klinker und Holz gewichen – der ganze Stolz der Gruppe. „Sie ist ein 1,50 Meter hoch und hat einen Durchmesser von einem Meter“, beschreibt Bauherr Willi Trierweiler sein Werk. Stolze 80 Kilo bringt „dä Pütz“ auf die Waage.

„Vor der Gruppen-Gründung hieß es jedes Jahr nach dem Umzug in Bierlaune: wir machen aktiv mit‘, erinnert sich Gisela Trierweiler. Dass es dann klappte, sei Monika Fuchs zu verdanken. Sie habe konsequent einen Rundruf gestartet und zu einem Termin im Lokal Alt-Urdenbach verpflichtet. Das Ehepaar Fuchs reihte sich 2005/2006 auch in die Reihe der Blotschen-Königspaare ein. Drei Paare stellten die Pützschwengel, derzeit zählt die Gruppe 15 Mitglieder, jedes Jahr kommen Mitläufer aus dem Freundes- und Bekanntenkreis dazu. „Unser Ältester ist Martin Reinhards mit 83 Jahren“, erzählt Fritz Rademacher.

Eine gemeinsame Tracht gibt es nicht. „Wir sind eine bunte Truppe“, erklärt Gisela Trierweiler. „Die Frauen tragen Kleider im Landhausstil. Nur die weiße Schürze haben wir gemeinsam.“ Die Männer ziehen weiße Hemden mit einen roten Halstuch an. Und – nicht zu vergessen – das Joch, erinnert Frank Draber. Der Holzbalken mit den beiden Eimern, der über den Schultern getragen wird, ist in Friesland gekauft worden. „Unser Alleinstellungsmerkmal“, setzt Draber schmunzelnd hinzu. Zur Augenweide wird es erst durch die strahlend gelben Chrysanthemen. „Das ist eine Spezialaufgabe“, konstatiert Fritz Rademacher. Der Blütenstand muss am Sonntag auf den Punkt perfekt sein. Wehe die Knospen sind nicht aufgeblüht. Einmal habe es versehentlich eine blassrosa Version gegeben. „Der Vorschlag, rostrote zu nehmen, wurde abgeschmettert“, erinnert sich das Quartett amüsiert.